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Samstag, 04.07.2009
In fünf Minuten vom Norden in den Süden
Macht ein Tunnel es möglich?
Schon seit vielen Jahren träumen nicht nur Politiker von einer schnellen Verkehrsverbindung zwischen dem Norden und dem Süden der Insel. Ein Tunnel vom Tal von Güímar im Süden bis ins Tal von La Orotava im Norden scheint dabei die ideale Lösung zu sein. Die 16,5 km lange Strecke durch den Berg würde die Reise von Nord nach Süd und umgekehrt deutlich verkürzen und vor allem den Verkehr um die Hauptstadt Santa Cruz und die so genannte Conexión Norte (das Verbindungsstück zwischen Nord- und Südautobahn) entlasten.
Der geplante Tunnel Güímar-Orotava wirft allerdings jede Menge Fragen auf: Macht es Sinn, einen derartigen Tunnel in poröses Vulkangestein zu graben?
Probleme, mit denen sich nicht nur Politiker, sondern vor allem auch Forscher seit Jahrzehnten auseinander setzen.
Wie die Tageszeitung „Diario de Avisos“ berichtet, habe die Inselregierung von Teneriffa ein deutsches Unternehmen mit der Durchführbarkeitsstudie eines Eisenbahntunnels von Güímar nach La Orotava beauftragt.
Wie die Zeitung berichtet, habe man nach ersten Ergebnissen den ursprünglichen Plan verworfen, wonach man auf der Nordseite in der Nähe des Orts Aguamansa zu graben begonnen hätte.
Die Strecke wäre (mit 10 km) zwar kürzer, doch wäre die Grabung mit einer Reihe von Schwierigkeiten verbunden. Unter anderem sei es hier schwierig zu vermeiden, dass man mit Grundwasser „in Berührung“ komme.
Wenn man den Tunnel durchgehend oberhalb der Grundwasserkanäle graben und dabei nicht mehr als vier Prozent Steigung haben wolle, so müsste der Tunnel etwa 16,5 km lang von einem anderen Ausgangspunkt aus geführt werden. Man könne dann unterhalb des Endes der Nordautobahn TF-5 anfangen zu bauen (auf Höhe von Los Rechazos) und die Bahn kurz vor dem Mirador de Humboldt unterirdisch (also in dem geplanten Tunnel) weiterführen.
Die Pläne zum Bau des Tunnels sind Teil eines umfassenden Plans zur Konstruktion verschiedener Eisenbahnstrecken auf Teneriffa, mit dessen Umsetzung 2009 begonnen werden soll.
Wie Inselpräsident Ricardo Melchior unlängst versicherte, würde er sich den Bau einer unterirdischen Eisenbahntrasse wünschen, auf der eine Geschwindigkeit von bis zu 180 Stundenkilometern erreicht werden sollte.
Insgesamt ist das Tunnelprojekt Güímar-Orotava allerdings noch Zukunftsmusik und wird es vermutlich auch noch für lange Zeit bleiben. Denn es ist lediglich die letzte Phase umfassender Pläne zum Bau diverser Bahnstrecken auf Teneriffa.
Auch die hohen Kosten des Tunnelprojekts könnten dies noch länger hinauszögern. Im Moment sind alleine knapp 350 Millionen Euro nur für den Bau des Tunnels veranschlagt.
Eine Summe, die man auf Teneriffa nicht so einfach aus dem Ärmel schüttelt. Prinzipiell befürwortet wird das Tunnelprojekt auch von den Grünen Teneriffas.
Man müsste Vor- und Nachteile genau abwägen, so Grünen-Sprecher Octavio Hernández im Gespräch mit dem Diario de Avisos, grundsätzlich würde der Tunnel aber zu einer Verminderung der Verkehrs-emissionen führen und sei somit aus ökologischer Sicht nicht nur vertretbar, sondern sogar wünschenswert.
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