08.07.2011 - Nachgefragt merkt man aber, dass es eine allgemeine Bewegung ist, die nur nach dem Wahldatum, 15. März, benannt wurde. „Was wir hier machen ist eine Bewegung, die nicht auf Spanien begrenzt ist, sondern rund um den Globus geht. Es ist eine spontane und gewaltfreie Initiative, unabhängig von jedweder Partei. Wir wollen eine bessere Welt, in der nicht Politiker, Industrie und Lobbyisten das Sagen haben, sondern alle gleich sind. Wir wehren uns dagegen, dass Wirtschaftsunternehmen und Banken die Politik lenken oder hilfreiche Therapien einfach unterschlagen werden, nur weil kein Pharmakonzern daran beteiligt ist. Wohlergehen für alle, Umweltschutz und mehr Mitspracherecht sind weitere Themen“, erklärte einer der rund 40 Demonstranten, die seit rund einem Monat in Santa Cruz ihre Zelte aufgeschlagen haben. Humanität, neue Werte in der Gesellschaft, Gleichheit, Respekt, Toleranz und Meinungsfreiheit sind ihre Schlagworte. Geht man den Thesen etwas nach, stößt man auf diverse Inhalte, die aus einem Mix aus Weltverschwörungstheorien und apokalyptischen Vorhersagen entstanden sind. Aber auch Anti-Kriegshaltung und Menschenrechte sind thematisiert. „In der spanischen Presse hat man uns als Haschisch rauchende Hippies abgetan. Das ist unfair. Wir sind eine Bewegung, die eine neue Gesellschaftsform und ein Umdenken erreichen möchte und keine Chaoten“, meinte der Sprecher der Zeltstadt weiter. Er machte aber auch deutlich, dass es im Gegensatz zum Festland keinerlei Auseinandersetzungen mit der Polizei gab. „Wir sind friedlich“, betonte er und würdigte die kanarischen Polizisten, die sich ihnen gegenüber vorbildlich verhalten hätten.
Der Traum von einer besseren Welt
Zugegeben, es steckt viel Idealismus hinter der Idee. Trotzdem ist es das Vorrecht der Jugend, etwas bewegen und verändern zu wollen. Und der Gedanke an eine bessere Welt und einem humanen Umgang im täglichen Miteinander über alle Bevölkerungsschichten hinweg ist etwas, womit sich auch Ältere identifizieren können.
Die junge Truppe kündigte an, gegen Ende Juni die Zeltstadt in Santa Cruz abzubauen. Aber damit sei die Bewegung nicht zu Ende. Die Mitglieder planen in 30 Tagen rund um die Insel zu reisen und dabei in allen Gemeinden Halt zu machen, um Informationen auszutauschen. Deshalb wird man auch in Zukunft wohl öfter auf „15M“ stoßen. Vielleicht bleibt der eine oder andere ja mal stehen und hört sich an, was die Jungen zu sagen haben. Miteinander sprechen heißt, einander begegnen und egal, ob man einer Meinung ist oder nicht, bereichernd und interessant kann es allemal sein.