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Samstag, 22.11.2008
Reisefieber erwärmt Klima
WWF kritisiert geringes Umweltbewusstsein bei Urlaubsplanung
Das Reisefieber der Deutschen geht auf Kosten des Klimas. Es ist absehbar, dass die ohnehin hohen Emissionen durch den Tourismus in Zukunft weiter ansteigen. Dabei variieren die Klimafolgen einzelner Reisen enorm.
Der zweiwöchige Luxusurlaub eines Paares in Mexiko verursacht fast dreißig Mal so hohe CO2-Emissionen pro Person wie der gleichlange Familienurlaub auf Rügen. Dies geht aus einer aktuellen WWF-Studie hervor. „Die Reiseveranstalter müssen den Klima-Fußabdruck ihrer Angebote drastisch senken“, fordert WWF-Tourismusexpertin Birgit Weerts.
Für die Studie hat das Öko-Institut auf Grundlage des Reiseverhaltens und aktueller Reisetrends die CO2-Emissionen von sieben typischen Urlaubsreisen der Deutschen untersucht. Während der zweiwöchige Ostseeurlaub einer vierköpfigen Familie mit 258 Kilogramm CO2 pro Person zu Buche schlägt, verursacht eine 14-tägige Mallorca-Reise 1.221 Kilogramm CO2. Die zweiwöchige Luxus-Pauschalreise eines Paares nach Mexiko pustet pro Kopf sogar 7.218 Kilogramm klimaschädliches Kohlendioxid in die Luft.
Entscheidender Faktor ist die Wahl des Ziels und des Verkehrsmittels. Aber auch die Unterkunft, die Verpflegung und die Aktivitäten vor Ort beeinflussen den Fußabdruck. So verursacht beispielsweise der Flug mit fast 6,5 Tonnen CO2 den Löwenanteil der Treibhausgase der Mexiko-Modellreise. Aber selbst die Unterbringung in einem Fünf-Sterne-Hotel bei dieser Reise hat mit fast einer halben Tonne CO2 pro Person eine schlechtere Klimabilanz als der komplette zehntägige Gesundheitsurlaub im Allgäu, da diese einen viel höheren Engergieverbrauch aufweisen, was beispielsweise auf mehr Beleuchtung, den Betrieb von Klimaanlagen oder größerem Energieaufwand in den Restaurants liegt.
Die sieben Modellreisen repräsentieren nach Angaben des WWF knapp ein Drittel aller 62 Millionen Urlaube, die die Deutschen 2007 unternommen haben. Im Durchschnitt produziert jede der Reisen eine Tonne CO2. Nach Ansicht von Klimaforschern muss der Ausstoß an Treib-hausgasen in den Industrieländern bis 2050 bis um 80 bis 95 Prozent reduziert werden. Auf jeden Deutschen entfielen dann weniger als zwei Tonnen pro Jahr. Bliebe es beim derzeitigen Reiseverhalten, würde das Klimakonto der Deutschen schon allein durch Reisen zur Hälfte geräumt.
„Die Menschen müssen ihr Reiseverhalten bewusster gestalten. Dies heißt konkret: Weniger und vor allem bei Fernreisen längerer Aufenthalte auf Umweltsiegel achten und die nicht vermeidbaren Emissionen kompensieren“, so Birgit Weerts. Jeder Urlauber sei für seinen Klimafußabdruck verantwortlich. Denn er wähle Reiseziel, Verkehrsmittel, die Unterkunft und die Freizeitaktivitäten. Wer sein Gewissen nach (oder auch schon vor) einer Flugreise erleichtern und gleichzeitig etwas für eine positivere CO2-Bilanz tun möchte, kann auf der Webseite www.atmosfair.de eine freiwillige Gebühr für die verursachten Gase zahlen. Bei einem Flug von Deutschland nach Teneriffa (oder umgekehrt) wären – je nach Abflughafen – zwischen 42 und 48 Euro fällig. Mit der Spende werden dann Klimaschutzprojekte in Entwicklungsländern unterstützt.
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22.11.2008 - 














