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Neue Katastrophen durch den Klimawandel

Die Welt am Wetter-Abgrund

Ein Zyklon wütet in Burma, Schätzungen gehen mittler­weile von mehr als 100.000 Toten aus. In China macht ein Erdbeben allein in der Provinz Sichuan fünf Millionen Men­schen heimatlos – das sind nur zwei wetterbedingte Katastro­phen, die die Welt in jüngster Zeit in Atem hielten und die Debatte um die Klimakatas­trophe neu entfachten.

Dabei ist vor allem die Zer­störung, die Zyklon „Nargis“ verursachte, exemplarisch dafür, wie hausgemacht die Klimakatastrophe tatsächlich ist. Einer der Hauptgründe dafür, dass der Tropensturm ungehindert im Irrawaddy-Delta wüten konnte, ist näm­lich offenbar die Abholzung der Mangrovenwälder.


Neue Katastrophen durch den Klimawandel
Neue Katastrophen durch den Klimawandel
25.06.2008 - Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts gab es noch eine viertel Million Hektar unbe­rührter Vegetation in diesem Gebiet. Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte der Nieder­gang mit dem ungehinderten Vordringen wilder Siedlungen ein. Mangrovenholz wurde in großem Umfang verfeuert oder zu Kohle verarbeitet, die frei werdenden Flächen wur­den eingedeicht und mit Reis bebaut.

Ende des zwanzigsten Jahr­hunderts kamen Shrimps-Farmen hinzu. Jahr um Jahr verschwanden Tausende von Hektar Wald und was nach dem Abholzen größerer Stämme übrig blieb, hatte mit dem einstigen Zustand nicht mehr viel zu tun. Durch Satelliten­aufnahmen dokumentiert ist der Verlust seit 1975: Danach schrumpfte Burmas Mangro­venbestand vor allem zwischen 1990 und 2005 noch einmal drastisch.

Das Verschwinden gigan­tischer Wälder auf der gesam­ten Erde sorgt jedoch – wie jetzt in Burma – nicht nur dafür, dass Stürme sozusa­gen freies Spiel haben, es ist auch einer der Gründe für eines der größten Umweltprob­leme unserer Zeit: der globalen Erderwärmung. Denn dadurch, ebenso wie durch das Verfeu­ern fossiler Brennstoffe und vor allem auch durch die weltweite Viehzucht, wird Kohlendioxid in der Luft angereichert, was logischerweise eine Änderung der Atmosphäre zur Folge hat. Die Erderwärmung schreitet rasant voran und trifft einige Gebiete besonders hart. Allen voran die Arktis. Dort gehen Forscher von  regionalen Tem­peraturzuwächsen von bis zu acht Grad Celsius im Laufe des 21. Jahrhunderts aus. Die Fol­gen sind längst heraufbeschwo­ren: tauende Dauerfrostböden, schrumpfende Gletscher, das Aussterben von Tierarten wie dem Eisbären.

Darüber hinaus sind aber auch andere Gebiete betroffen. So soll es in Spanien generell trockener werden, für Deutsch­land sagen die Klimaforscher mildere Winter, aber auch mehr extreme Wetterlagen wie etwa Stürme voraus.

In einem sind sich die Kli­maforscher auf der ganzen Welt einig: die Klimakatastrophe hat bereits begonnen. Einig­keit herrscht (zumindest theo-retisch) auch darüber, was zu tun ist: Energie sparen, Ener­gie besser nutzen und rasch auf 100 Prozent erneuerbare Energien umsteigen. Die Poli­tik muss die Weichen für eine solare Weltwirtschaft und für das Solarzeitalter stellen. Dar­über hinaus ist aber auch jeder Einzelne gefordert:

Mehr öffentliche Verkehrs­mittel benutzen, energiespa­rende, umweltfreundliche Autos fahren, das Haus bes­ser dämmen, Ökostrom statt konventionellen Strom bezie­hen, weniger Strom verbrau­chen. Auch weniger Fleisch­konsum ist ein wesentlicher Beitrag zum Klimaschutz. 
Von Andrea Rink



Bildergalerie: Die Welt am Wetter-Abgrund
Neue Katastrophen durch den Klimawandel Mehr und mehr Landstriche sind von extremer Trockenheit betroffen Überflutungen: ein jährlich wiederkehrendes Wetter-Problem Calima: Kommt der Wüstenwind jetzt häufiger?
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