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Leben zwischen Kunst und Geschichte Teil IV

Iglesia de la Concepción – ein Barocktempel

Die Kirche „Iglesia de la Con­cepción” in La Orotava ist ein Musterbeispiel barocker Kunst auf den Kanaren. Der heu­tige Bau wurde im Jahr 1788 eingeweiht, der Ursprung des Gebäudes wird allerdings bis in die frühen Jahre des 16. Jahr­hunderts zurückdatiert.

Kurz nach der Eroberung Teneriffas durch die Spa­nier wurde gezielt die Chris­tianisierung der Ureinwoh­ner forciert. Dazu gehörte die Errichtung von Gotteshäusern. Ursprünglich entstand an glei­cher Stelle, wo die heutige Kir­che mit zwei 24 Meter hoch aufragenden Glockentürmen steht, eine Wallfahrtskapelle. Diese wurde im Laufe der Jahr­hunderte immer wieder erwei­tert und war das Zentrum der weltlich-christlichen Feste der damaligen Zeit. Selbst Thronbesteigungen wurden dort zelebriert.


Das imposante Eingangsportal zum wichtigsten Gotteshaus La Orotavas
Das imposante Eingangsportal zum wichtigsten Gotteshaus La Orotavas
© www.inselteneriffa.com  
 
La Orotava - 24.05.2008 - Als es zu Beginn des 18. Jahrhunderts zu heftigen Erup­tionen rund um das heutige Güímar kam, nahm das Kir­chengebäude schweren Scha­den. Im Jahre 1758 war es völlig baufällig und musste abgerissen werden. Bis zum Jahr 1788 wurde an gleicher Stelle ein größerer Bau im barocken Stil errichtet. Die Finanzierung wurde zu einem großen Teil von kanarischen Auswanderern, die vor allem  in Kuba lebten, bestritten. In Form von Symbolen und Orna­menten am Portal findet man Hinweise auf die enge Bezie­hung zwischen den Kanaren und Südamerika in dieser Epoche. Betritt man das Got­teshaus, begegnet man im Innenteil vor allem dem neo­klassischen Baustil. Das drei­geteilte Kirchenschiff wird von einem imposanten Kuppelge­wölbe beherrscht.

Die Abgrenzung des Innen­raums erfolgt durch ionische Säulen, die von korinthischen Kapitellen mit reichen Verzie­rungen gekrönt sind. Am Ende des Mittelschiffes schreitet der Besucher auf den alles beherr­schenden Tabernakel zu, der zu einem der bedeutendsten des Archipels zählt. Er stammt aus einer alten Kunstwerkstatt in Genua, aus dem Atelier von Guiseppe Gaggini. Ebenso wie die dazugehörige Kanzel wurde der Tabernakel vor allem aus Marmor und Jaspis geschaf­fen.

Besonders hervorzuheben ist außerdem die mit Blattgold verkleidete Jungfrauenfigur und das Taufbecken aus Natur-Marmor links neben dem Ein­gang. Die Kirche ist voller wert­voller Gemälde, Statuen und Holzschnitzereien, die zum Teil noch aus der ursprüng­lichen Kapelle stammen. Im Kirchenmuseum befindet sich eine interessante Kollektion von Goldschmiedearbeiten, eine gotische Monstranz aus der Zeit Emanuels I. im 16. Jahrhundert, eine Sänfte mit Baldachin und eine Monstranz im Rokokostil aus dem 18. Jahrhundert, die beide vom Künstler Damián de Castro aus Córdoba stammen. Im Innerender Kirche befindet sich zudem der Sarkophag der Adelsfami­lie Franchi. Im Laufe des 18. Jahrhunderts wurde diese Form der Bestattung verboten, aber die Relikte des Brauches sind auch heute noch zu sehen. Etwas versteckter ist der Ein­gang zum ehemaligen Friedhof der Stadt, der sich unter der Kirche befand und bis ins 19. Jahrhundert genutzt wurde. Wer um die Kirche herumgeht, kann an der ins Tal weisenden Fassade, an der Mauer eine ehemalige Tür erkennen, die mittlerweile geschlossen und verputzt wurde. Die Alten aus La Orotava erinnern sich aber noch gut daran, wie sie als Lausbuben dort ihre makab­ren Streiche spielten oder sich als Mutprobe in das Reich der Toten vorwagten. Seit dem 18. Juni 1948 gilt die Iglesia de la Concepción als historisch-künstlerisches Monument, das dem Denkmalschutz unter­steht.

Auch heute noch ist diese Kirche das Zentrum der reli­giösen Anbetung in der Stadt und Ausgangspunkt wichtiger Prozessionen im Jahresablauf. 
Fotos: www.inselteneriffa.com


Bildergalerie: Iglesia de la Concepción – ein Barocktempel
Das imposante Eingangsportal zum wichtigsten Gotteshaus La Orotavas An der Mauer unter der Treppe sieht man den ehemaligen Eingang in das Friedhofsgewölbe Die beeindruckende Kuppel wird von einer späteren kleinen Kuppel im Laternenstil gekrönt Der Innenraum der Kirche ist gefüllt mit zahlreichen Kunst- und Kulturschätzen
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