Ausflugstipp
Osterspaziergang in der Rambla del CastroWer noch kein geeignetes Plätzchen gefunden hat, um ab und an in freier Natur ein Schokoladenei fallen zu lassen und damit den Kindern die Suche nach dem Osterhasen zu versüßen oder wer einfach nur einen wunderschönen Spaziergang machen möchte, dem sei das Naturschutzgebiet Rambla del Castro empfohlen.
Aus Puerto kommend in Richtung Icod parkt man sein Auto gleich nach dem Tunnel am Mirador San Pedro. Von dort aus kann man zunächst links einem kleinen Weg folgen und am äußersten Rand des Parks beginnen oder gleich auf einem der breiten Pfade in den Barranco hinuntergehen.
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 | | Die Badebucht ist klein aber fein. Man erreicht sie nach einem rund 15-minütigen Spaziergang. | | © www.inselteneriffa.es |
| 24.03.2008 - Labyrinthartig ziehen sich viele verschiedene Wege durch die üppige Natur, auf denen man gemächlich spazieren kann, ohne viel Wandererfahrung haben zu müssen. Dennoch wird der Abenteuergeist geweckt, wenn man plötzlich vor einer alten Kanone steht, die einst der Verteidigung der Küste vor angreifenden Piraten und eroberungswütigen Fremden diente.
Wer möchte, kann sich auch Badesachen mitnehmen und sich in der versteckten aber zauberhaften Bucht zum Sonnenbad ausstrecken oder bei ruhiger See sogar in die Wellen eintauchen. Wenn es ein bisschen mehr sein darf, kann man dem Hauptweg folgend bis Romantica I oder daran vorbei bis nach Romantica II laufen. Dazu muss man allerdings einige Steigungen überwinden und es empfiehlt sich, ein zweites Auto bereit zu stellen, um zum Ausgangspunkt zurück zu kehren. Belohnt wird man in jedem Fall mit einem wunderschönen Ausblick auf den Atlantik entlang der Nordküste. Die Phantasie wird durch die herrschaftlich anmutende Ruine eines beeindruckenden Gebäudes angeregt. Was wie ein verfallenes Märchenschloss wirkt, ist allerdings das weniger romantische Relikt moderner Ingenieurkunst zu Beginn des 20. Jahrhunderts.
Tatsächlich sieht man hier die Überreste der ersten Wasser-Pumpanlage der Insel. Errichtet wurde sie im Jahr 1903 von der Familie Hamilton und dem Militäringenieur José Galván, um das Wasser der Gordejuela-Quelle, das ungestört ins Meer floss, zu nutzen. Die erste Dampfmaschine Teneriffas wurde hier in Betrieb genommen. Dank der Ingenieurtechnik wurde das Wasser nun zu den Menschen und deren Feldern gepumpt und sorgte so dafür, dass bis dahin trockenes Brachland für die Landwirtschaft erschlossen werden konnte. Für das üppige Grün und die reiche Ernte waren die Menschen damals sehr dankbar.
Derzeit bemüht sich die Gemeinde Los Realejos darum, die Ruine zum Weltkulturerbe erklären zu lassen und sie dadurch der Nachwelt zu erhalten. Ein Osterspaziergang durch die Rambla del Castro beschert eben nicht nur ein beeindruckendes Erlebnis unberührter Natur, sondern auch ein Rendezvous mit einem Stückchen kanarischer Geschichte. Vor allem kann man selbst bestimmen, ob es ein gemütlicher Spaziergang oder ein längerer Fußmarsch sein soll. Den Schwierigkeitsgrad und die Dauer kann man je nach Lust, Laune oder Kondition auswählen. Von Sabine Virgin
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