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Dienstag, 02.12.2008
Modernes Leben hinter antiken Fassaden Teil VIII
Ehemaliges Kloster Sankt Augustin
Die Ursprünge dieses ehemaligen Klosters liegen im 16. Jahrhundert. Begonnen wurde der Bau bereits im Jahre 1504, fertig gestellt zwischen 1527 und 1560.
Zu dieser Zeit war Bruder Pedro Grimón Klostervorsteher. Er war ein Abkömmling der wohlhabenden Familie Nava y Grimón. Diese Verbundenheit brachte dem Kloster, unter Leitung des Augustinerordens, Schenkungen von Ländereien und Immobilien ein und sorgte so für einen gewissen Wohlstand der Ordensbrüder.
© www.inselteneriffa.de
Das Bauwerk wurde für die unterschiedlichsten Belange genutzt. Zu Zeiten des Bürgerkriegs beherbergte es eine Kommandostelle, es war Biblio-thek, Wetterstation, Gefängnis, Kantine für die Armenspeisung, bis es letztlich wieder eine Schule wurde. Auch heute ist in einem Trakt die Sekundarschule Canarias Cabrero Pinto untergebracht.
Viele bedeutende Persönlichkeiten, wie unter an-deren die Maler Oscar Do-minguéz und José Aguiar, die Wissenschaftler Blas Cabrera Felipe und Juan Bethencourt Alonso sowie die späteren Politiker Luis Rodriguez Figueroa und Juan Negrín legten in dieser Lehranstalt die Reifeprüfung ab.
Das ehemalige Kloster bezaubert vor allem durch zwei wunderschöne Innenhöfe, den einstigen Kreuzgängen. Der erste ist das bedeutendste Denkmal des typischen Renaissance-Baustils auf den Kanaren. Die sieben toskanischen Säulen auf jeder Seite sind aus rotem Quaderstein und ruhen auf Holzfüßen. Besonders im Mai bezaubert er durch die farbig blühenden Kamelienbäume, die eine malerische Kulisse bilden. Der angrenzende Zypressenhof wirkt symmetrisch und kühler. In ihm sollen nicht nur die Ordensbrüder, sondern auch frühere wichtige Persönlichkeiten und Gönner des Klosters die letzte Ruhe gefunden haben. Das Kloster besticht durch Ornamente, Verzierungen und Fresken aus längst vergangenen Tagen. Teile des Gebäudes und der dazugehörigen Kirche wurden 1964 durch einen Brand zerstört. Die Zeit und die unterschiedliche Nutzung haben an dem alten Mauerwerk ihre Spuren hinterlassen.
Seit 1983 gilt es als Stätte kulturellen Interesses und untersteht so einem besonderen Schutz. Zwischen 1993 und 1997 wurde es von der kanarischen Regierung in Kooperation mit dem Inselrat aufwendig renoviert und restauriert, sodass der Besucher auch heute noch einen Eindruck von dem Glanz des einstigen Klosters erhält.
Deutsche Führungen werden von Montag bis Freitag um 11.30 Uhr angeboten, spanische um 10.30 Uhr, 12 und 16 Uhr. Englisch und Französisch auf Anfrage. Bei Gruppen sind jederzeit Sonderabsprachen möglich. Um Voranmeldung wird bei allen Führungen gebeten. Das Tourismusbüro befindet sich in der Casa Alvarado Bracamonte in der Calle La Carrera und ist unter der Telefonnummer 922 63 11 94, täglich von 9 bis 17 Uhr, zu erreichen.
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02.12.2008 - 















