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Dienstag, 02.12.2008
Modernes Leben hinter antiken Fassaden Teil V
La Casa Montañés
Das Haus Montañés gilt als beeindruckendes Beispiel der Stadtarchitektur des 18. Jahrhunderts. Es gehörte der Familie Montañés, die nicht dem Adel angehörte, sondern die reiche bürgerliche Oberschicht verkörperte.
Der Familie entstammten Architekten, hohe Militärmitglieder und Winzer, mit riesigen Weinbergen in El Sauzal und Tacoronte. Die Hausfassade wirkt zunächst, als berge sie ein dreigeschossiges Gebäude. Tatsächlich hat das Haus allerdings nur zwei Stockwerke, lediglich rund um den Haupthof befindet sich ein Zwischengeschoss, in dem zu früheren Zeiten die kaufmännischen Aktivitäten abgewickelt wurden.
Unter dem Giebeldach des Hauses befindet sich die damals übliche Kornkammer. Dort waren die Getreidevorräte am besten vor Ungeziefer geschützt. Normale Fenster nach Süden sowie jeweils schmale Öffnungen nach Osten und Westen sorgten für die optimale Luftzirkulation. Im Innenhof kann man eine typische „Destiladera“ bewundern. Dort wurde Wasser durch den Stein gefiltert und lieferte so beste Trinkwasserqualität.
In den Ecken der Dachkonstruktion, in Richtung Innenhof erkennt man Wasser speiende Figuren, die an asiatische Gebilde erinnern. Sie dienten nicht nur dem Ableiten des Regenwassers, sondern vor allem sollten sie böse Geister und Dämonen vom Haus fern halten. Neben dem Haupthof findet man auch hier Nebenhöfe, die als Gärten oder Stallungen dienten. In den ehemaligen Wohnräumen zeigt sich der erlesene Geschmack und Wohlstand der Familie Montañés in einer Sammlung antiker, wertvoller Möbelstücke aus Frankreich und Großbritannien.
In der ersten Dezemberwoche, in der viele geschichtsträchtige Häuser der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden, kann man den Glanz ehemaliger Wohnkultur bestaunen. Herrliche Wandgemälde, kunstvolle Boden- und Deckenkonstruktionen sowie kostbare Einzelteile spiegeln den Reichtum der ehemaligen Besitzer wider. Seit 1985 befindet sich die Casa Montañés im Besitz der autonomen Inselregierung und dient als Sitz des „Consejo Consultorio“. Dahinter verbirgt sich ein unabhängiger Regierungsbeirat, der als politisches Kontrollorgan fungiert. Dort werden Entscheidungen der lokalen Verwaltung, des kanarischen Parlaments sowie der Inselregierung auf ihre Rechts- und Verfassungsmäßigkeit überprüft. Deutsche Stadtführungen werden von Montag bis Freitag um 11.30 Uhr angeboten, spanische um 10.30 Uhr, 12 und 16 Uhr. Englisch und Französisch auf Anfrage. Bei Gruppen sind jederzeit Sonderabsprachen möglich. Um Voranmeldung wird bei allen Führungen gebeten. Das Tourismusbüro befindet sich in der Casa Alvarado Bracamonte in der Calle La Carrera und ist unter der Telefonnummer 922 631 194, täglich von 9 bis 17 Uhr, zu erreichen.
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02.12.2008 - 














