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Dienstag, 02.12.2008
Die strohgedeckten Hütten des Orotavatals
Einst waren die kleinen Strohdachhäuschen die bescheidenen Behausungen der Bewohner in den mittleren Höhenlagen Teneriffas. Heute sind sie fast „vom Aussterben“ bedroht. Gerade deshalb wurde vor rund drei Jahren ein Projekt begonnen, das dem Erhalt der alten Hütten dienen soll.
In Zusammenarbeit mit Stadt, Inselregierung und dem Kulturverein Pinolere wurde eine Initiative ins Leben gerufen, die das Fortbestehen dieses gerade für das Orotavatal emblematischen Gebäudes garantieren soll. Es handelt sich dabei um kleine Ein-Raum-Häuschen mit rustikalen Steinmauern und dicken Strohballen auf dem Dach.
Die Expertin ländlicher Traditionen erklärte, dass die Hütten zunächst mit Weizen gedeckt wurden, erst später ging man zu Gerste über. Das Raumklima im Inneren der Hütten war das ganze Jahr über konstant. Die dicken Strohballen sorgten für angenehme Temperaturen im Winter und Kühle in den heißen Sommermonaten. Die Lebensdauer der Dächer beträgt rund 14 Jahre.
Mit Holzstöcken und Draht wird das Getreide in Ballen an einem Holzgebälk befestigt. Eine Kunst, die nur noch wenige beherrschen. Orotavas Bürgermeister erinnerte sich bei der Vorstellung der erfolgreichen Initiative, dass er noch in solch einem Haus geschlafen habe. Zwar sei es schön, dass der Lebensstandard auf Teneriffa sich mittlerweile stark gebessert habe, aber dennoch gäbe es allen Grund, mit Stolz zurückzublicken und auch die Jugend zum Erhalt der alten Traditionen zu motivieren.
Das Landwirtschaftsministerium unter Joaquin Bethencourt hat das Bestreben der Stadt und des Kulturvereins tat- und finanzkräftig unterstützt und so entscheidend zum „Revival“ des „Pajars“ beigetragen.
Diese Häuschen sollen das neue Wahrzeichen sein, das den bäuerlichen Charakter des Tals mitprägt. Derzeit werden Möglichkeiten erwogen, diese Unterkünfte in das Angebot des ruralen Tourismus einzubinden. Dazu müssten aber leichte Modifikationen vorgenommen werden, um den Gästen einen zeitgemäßen Standard zu bieten.
Eine weitere Schwierigkeit ist, dass keine neuen Hütten errichtet, sondern nur bereits vorhandene reformiert werden dürfen. Mit Sicherheit entstünde ein Angebot, das bei Naturliebhabern Interesse fände. Dank der Initiative werden auch in Zukunft die „pilz-ähnlichen Hexenhäuschen“ zum Landschaftsbild des Tals gehören und ein klein wenig an längst vergangene Tage erinnern.
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