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IV. Kastanienwoche in La Matanza

So schmeckt der November

Frische Kastanien gehören auf den Kanaren genauso zum Herbst wie der frisch gekelterte Wein. Sie sind nicht nur der ideale Snack zur „Copa Vino Tinto“, sondern so vielseitig, dass sie zahlreiche Rezepte der traditionellen kanarischen Küche bereichern.


Nicht nur in der Küche, sondern auch in der Handwerkskunst ist die Kastanie ein beliebter Rohstoffe.
Nicht nur in der Küche, sondern auch in der Handwerkskunst ist die Kastanie ein beliebter Rohstoffe.
La Matanza - 01.12.2007 - Mitte November wurde der Frucht des Waldes daher eine ganze Woche gewidmet. Dis­kussionen und Workshops an den Werktagen gipfelten in einer Ausstellung im Obergeschoss des Bauermarktes am Wochenende. Mit Stau­nen konnte sich der Besu­cher davon überzeugen, dass es neun verschiedene Kasta­nienarten auf Teneriffa gibt, die alle zum Verzehr geeignet sind. Sie unterscheiden sich in Form, Größe und Konsis­tenz. Es ist eine Kunst für sich, zu entscheiden, welche Sorte für welches Gericht am bes­ten passt. Viele Restaurants, die die traditionelle Küche pflegen, bieten deshalb um diese Jahreszeit besondere Kastanien-Leckerbissen an. In der Schau-Küche des Marktes konnte man einige Kostpro­ben nehmen. Wussten Sie, dass man aus Kastanien ein köstliches Marzipan herstel­len kann? Glasiert verführen sie Naschkatzen und gekocht bilden sie eine hervorragende Beilage zu herzhaften Fleisch­gerichten. Man kann sie dämp­fen, wie das auf der Straße in den typischen Blechkesseln geschieht oder auch schälen, kochen und frittieren.

Besonders beliebt sind sie in der Dessertherstellung. Eine Bäckerei bot sogar typische süße Brotsorten, Magdalenas und Kuchen aus Kastanien­mehl an. Außer ihren Früchten haben Kastanienbäume auch sonst so einiges zu bieten. Das Holz und die jungen Äste wer­den in der Korbflechterei und Möbelherstellung verwendet, aus den Blüten entsteht ein würziger Honig und aus den Früchten werden  Rosenkränze geflochten. Im Gegensatz zur Mandel, die erst mit den Er-oberern auf die Insel gekom­men ist, war die Kastanie schon immer auf dem Archipel beheimatet. Sie wächst in den mittleren Höhenlagen auf 600 bis 1.000 Metern über dem

Meeresspiegel und liebt durch­lässigen, pulvrigen Boden, in dem keine Staunässe entsteht. Die meisten Kastanienbäume der Insel wachsen in den Höhen des Orotavatals sowie zwischen Tacoronte und Santa Úrsula. Dort bilden sie rich­tige Wälder, die dem Wanderer einen ganz neuen Aspekt kana­rischer Landschaft bieten und begleiten den Besucher auf dem Weg in die Cañadas. Im Süden der Insel wachsen sie nur in der Gegend um Arafo. Der älteste Kastanienbaum Teneriffas steht auf Privat­grund und wird „Castaño de las Siete Pernadas“ genannt. Er ist mindestens 500 Jahre alt. Damit ist er botanisch gerade mal in seiner Lebensmitte angelangt, denn der Baum gilt als besonders langlebig und kann bis zu 1.000 Jahre alt werden. Die prächtigsten Exemplare sind mittlerweile 20 bis 30 Meter hoch und imponieren mit ihrer mäch­tigen Gestalt. Sie bereichern die Insel um eine Naturschön-heit und sorgen gleichzeitig für eine köstliche Abwechs­lung auf der saisonalen Spei­sekarte. Wer sich an die Kastanienverfeinerten Gerichte der kanarischen Küche wagt, erlebt mit Sicherheit ein neues Geschmackserlebnis, das er als Urlaubserinnerung mitnehmen kann. So schmeckt Teneriffa eben im November.


Bildergalerie: So schmeckt der November
Nicht nur in der Küche, sondern auch in der Handwerkskunst ist die Kastanie ein beliebter Rohstoffe. Kastanien gibt es in neuen verschiedenen Variationen. Die kleine Kastanie sorgt für große Geschmackserlebnisse 
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