 | | Der regionale Landwirtschaftsminister Bethencourt inmitten von Erntehelferinnen |
| Aripe - 19.11.2007 - Auf dem Mandelfest kann man nicht nur eigenhändig mit dem Hämmerchen oder traditioneller mit einem Stein seine Mandel knacken, sondern auch alles kosten, was man aus ihr herstellen kann: Mandellikör, Mandelgebäck verschiedenster Art oder auch Mojos mit Mandeln. Am besten, so behaupten die Einheimischen, schmeckt die Mandel in Verbindung mit getrockneten Feigen. Deshalb dürfen diese auf dem Fest auch nicht fehlen.
Frauen in den typischen Trachten der "Paysanas" (Bäuerinnen) zeigen, wie man in früheren Zeiten mit Stöcken die Früchte vom Baum schlug. Auf dem Boden breitete man Tücher aus, und fing damit die Mandel auf; oder man sammelte sie einzeln in Körbe und Säcke. Selbst ein Esel stand bereit, um wie in „alten Zeiten“ die Ernte nach Hause zu bringen. Sein Junges trottete mal gemütlich nebenher, mal machte es lustige Sprünge zur Seite und am allerliebsten ließ es sich hinter den Ohren kraulen. Der Eselin hatte man eine rote Schleife an das Stirnband gebunden, das schützte vor dem „bösen Blick“. Der Aberglaube besagt, dass die Eselin so vor bösen Wünschen gefeit ist, die die Milch zum Versiegen bringen.
Nach der erfolgreichen Mandelernte wurde Einheimischen und Besuchern erklärt, wie man das optimale Pendant, die getrockneten Feigen herstellt. Normale Baumfeigen werden gepflückt und getrocknet, bis sich der süße Fruchtzucker auf der Außenhaut absetzt. Etwas aufwändiger sind die typischen Kaktusfeigen. Gepflückt werden die stacheligen Gesellen mit Handschuhen oder noch besser mit langen Holzpinzetten, die aussehen wie riesige Pinzetten, aber eben aus Holz und deren Ende so ausgewölbt ist, dass die Frucht in einer sicheren Kuhle liegt.
Danach legt man sie auf die Erde und „schrubbert“ sie mit einem Besen so lange hin und her, bis die feinen Stacheln abfallen. Die köstliche Frucht ist von unzähligen kleinen Stacheln umgeben, die sich in die Haut bohren, meist abbrechen und dann so lange ein kratziges Gefühl hinterlassen, bis man sie endlich los wird. Wer das schon mal an der eigenen Haut erfahren hat, weiß, wie unangenehm das ist. Hat man sie endlich gesäubert, sticht man mit einem einfachen Holzstück in das obere Ende, drückt die Luft heraus und legt die zusammen gequetschte Frucht zum Trocknen in die Sonne.
Rund acht bis zehn Tage dauert dieser Trocknungsprozess. In dieser Zeit schützte man die Früchte mit feinen Netzen und Stoffen vor lästigen Fliegen. „Früher“, so erzählt Doña Maria, „hatte jeder seine Kiste mit getrockneten Feigen zuhause, damit wir auch im Winter etwas zum Essen und Naschen hatten“. Heute werden viele Dinge anders gelöst als damals, aber immer noch gehören Mandeln und Feigen zu den festen Bestandteilen kanarischer Küche. Die Tradition bleibt trotzdem erhalten und viele handeln in ihrem Heim noch immer nach den alten Methoden.
|
|