Deutschsprachiges Nachrichten- und Informationsportal für die Kanarischen Inseln
Ein Qualitätsprodukt der Island Connections® Media Group
Dienstag, 02.12.2008
Gutes Benehmen im Beruf und Privatleben
Knigge heute
Er gilt bis heute als Erfinder der Etikette: Adolph Freiherr Knigge. Dabei ist sein 1788 erschienenes Buch „Über den Umgang mit Menschen“ gar keine Benimm-Bibel, sondern eine Abhandlung über die damalige Gesellschaft. Dennoch ist Knigge bis heute ein Synonym für die Spielregeln des höflichen Miteinanders.
Das unterliegt natürlich in gewissem Maße der jeweiligen Zeit: Noch vor 20 Jahren war der korrekte Umgang mit E-Mails zum Beispiel kein Thema. Auch rund um das Handy gibt es heute eine Reihe von Etikette-Regeln, die vor einiger Zeit keinerlei Rolle spielten. Daneben gibt es aber Benimm-Klassiker von zeitloser Gültigkeit.
© Ilse Dunkel
Apropos Rauchen: Das ist heute mehr denn je ein brandheißes Thema in Sachen Benimm. Dabei gibt es auch hier klare Regeln: Nehmen Sie als Raucher Rücksicht auf Nichtraucher! Als Raucher achten Sie die Tabus rauchfreier Zonen, ganz gleich ob es sich um real verbotene oder Tabu-Zonen handelt. Betreten Sie ein fremdes Haus nie mit brennender Zigarette, Zigarre oder Pfeife! Auch wenn ein Aschenbecher bereit steht, nicht einfach eine Zigarette anzünden. Auch hier wird vorher um Erlaubnis gefragt.
Wenn andere am Tisch noch essen, ist Rauchen tabu. Von gutem Stil zeugt es auch, wenn Sie auf das Rauchen zwischen den Gängen verzichten, wenn Nichtraucher am Tisch sitzen. Die Etikette sagt, dass erst nach dem Dessert geraucht werden darf - frühestens nach dem Hauptgang. Stellen Sie die Frage, ob geraucht werden darf, immer ehrlich und akzeptieren Sie auch ein eventuelles Nein.
Ebenfalls ein No Go: Handy-Klingeln im Restaurant. So wichtig ist niemand, dass er nicht mal ein, zwei Stunden auf seine Erreichbarkeit verzichten könnte – und es ist eigentlich schlimm genug, dass in vielen Restaurants ein Telefon-Verbot verhängt werden musste …
Mehr und mehr zum Ärgernis wird das Handy jedoch auch an anderen Orten, wie auf offener Straße, wenn Passanten ganz unfreiwillig den aktuellen Ehekrach mitbekommen oder auf Flughäfen, wo mit wichtiger Miene die Ankunftszeit mitgeteilt wird. Als Einleitung für ein endloses Gespräch, versteht sich.
Eine Besonderheit ist der Umgang mit dem Handy im Büro. Bei Konferenzen beispielsweise sollte im Vorwege geklärt werden, ob das Telefon an bleibt oder nicht. Manchmal macht es ja durchaus Sinn, erreichbar zu sein – beispielsweise, wenn man auf einen Kunden-Anruf wartet. Trifft der dann ein, sollte der Betreffende für das Gespräch den Konferenzraum verlassen. Andernfalls hält er den ganzen Betrieb auf. Generell gehört aber das Handy im Büro zumindest auf Vibrationsalarm geschaltet. Ständiges, nervtötendes Gedudel stört die Kollegen mit Sicherheit.
Mehr und mehr hat heute die E-Mail den Brief als Kommunikationsinstrument verdrängt. Aus guten Gründen: Schneller und praktischer kann man kaum miteinander kommunizieren. Aber auch dabei gilt das Gesetz der Höflichkeit: So gehört eine ausgefüllte Betreff-Zeile ebenso zum guten Mail-Ton wie ein Absender, der den richtigen Namen enthält. Eine Mail von „Häschen 1978“ wird nicht zwingend ernst genommen. Normalerweise eine Selbstverständlichkeit ist die korrekte Anrede in der Mail und eine vernünftige Rechtschreibung, die möglichst ohne Kürzel auskommen sollte. A.s.a.p. ist nicht zwingend etwas, was jeder versteht (es bedeutet übrigens „as soon as possible“, also so bald wie möglich). Generell fährt man am besten, wenn man eine Mail genauso verfasst wie einen Brief.
Eine echte Klippe stellt übrigens für viele Menschen der Smalltalk dar, also jene oberflächliche Plauderei, die auf Partys ebenso angesagt ist, wie im Geschäftsleben. Dabei ist funktionierender Smalltalk durchaus wichtig: Mit Smalltalk schafft man eine angenehme Atmosphäre. Auch oder gerade vor ernsten oder schwierigen Gesprächen sollte es eine Smalltalk-Phase zum Aufwärmen geben.
Folgende Themen kommen dabei eigentlich immer gut an: Hobbys, Kultur, Bücher, Urlaub und Sport. Zu vermeiden sind Themen wie Krankheit, Tod, Spott, Witze, Politik und Geld. Ob im Geschäftsleben oder privat: Gutes Benehmen hat heute nichts mehr zu tun mit den rigiden Anstandsregeln vergangener Tage. Und: Gutes Benehmen ist auch nicht Selbstzweck. Seine Eckdaten sind auch heute noch: Herzlichkeit, Freundlichkeit, Feingefühl und Takt. Eine Grundvoraussetzung für „gutes Benehmen“ besteht darin, dass wir unseren Mitmenschen Wertschätzung entgegen bringen. Höfliches Verhalten signalisiert dem Gegenüber: „Ich achte und respektiere dich. Außerdem zeige ich dir, wie ich selbst gerne behandelt werden möchte.“
Von Andrea Rink
| Bildergalerie: Knigge heute |
![]() |
| 6 Bilder zum Artikel gefunden: Weiter zur Bildergalerie |
| Diese Seite drucken |
| Texte © 2007 - 2008 by Kanaren Express Alle Rechte vorbehalten |
|
Social Bookmarking |
| KanarenExpress - Die Zeitung mit Fernsehprogramm für die Kanaren Das Fernsehprogramm für die wichtigsten deutschsprachigen Sender mit Angabe der Sendezeiten zur Ortszeit der Kanarischen Inseln ist fester Bestandteil Ihrer Zeitung auf den Kanaren. Lesen Sie aktuelle Nachrichten in der Online Ausgabe des KanarenExpress. Wir berichten über Teneriffa, Gran Canaria, Lanzarote, Fuerteventura, La Gomera, La Palma und El Hierro. |
02.12.2008 - Spektakulärer Autounfall in Las Palmas 02.12.2008 - Seeigelvermarktung als Delikatesse 02.12.2008 - Neues Binter Flugzeug „schläft“ auf La Palma 02.12.2008 - 68 Flüchtlinge in Los Cristianos angekommen 01.12.2008 - Zweiter Media Markt auf Gran Canaria 01.12.2008 - Die „Hollywood Motor Show” 01.12.2008 - Arbeitsniederlegung im Dezember 30.11.2008 - Fußball Resultate |








02.12.2008 - 











