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Samstag, 22.11.2008
Dauerbrenner Jeans
Ein Mythos macht Mode
Von den staubigen Goldgräberfeldern auf das polierte Parkett der High-Society – diesen gesellschaftlichen Aufstieg muss der Jeans erst einmal jemand nachmachen …
Die modische Karriere der „Nietenhosen“, wie sie früher genannt wurden, ist in der Tat beispiellos. Und ein Ende dieses Mode-Mythos ist nicht in Sicht.
Auch in diesem Sommer machen sich Jeans unentbehrlich. Kein Wunder: Sie sind idealer Begleiter für die Freizeit, lassen sich jobfein stylen und selbst am Abend machen sie, mit edlen Accessoires aufgepeppt, eine tolle Figur.
Entscheidend bei der Wahl der richtigen Jeans ist vor allem, welche Vorzüge man damit ins rechte Licht rücken will. Eine Hüfthose betont dabei nicht nur, wie der Name bereits sagt, die Hüften. Auch kleine Pölsterchen rund um die Taille werden bei diesem Jeans-Typ (leider) in den Blickpunkt gerückt. Deshalb sollte die Röhre wirklich nur sehr schlanken Frauen vorbehalten werden. Und auch diese müssen auf die richtigen Proportionen achten: Wer sehr klein ist, kombiniert dazu am besten Sandaletten oder Stiefeletten mit hohen Absätzen; bei großen Frauen sehen auch Flipflops oder Turnschuhe gut dazu aus.
Ein echter Jeans-Klassiker sind die so genannten „Bootcut“-Modelle. Der Begriff Bootcut, also „Stiefelschnitt“, bedeutet nichts anderes, als dass die Hose unten weit genug ist, um auch über Cowboy-Stiefel zu passen.
Bei der Auswahl dieser Jeansform spielt vor allem die richtige Länge eine Rolle. Es sieht einfach albern aus, wenn eine Jeans zu kurz ist. Daher: Bei der Anprobe sich frontal vor den Spiegel stellen, einmal auf die Zehenspitzen und einmal mit den Füßen auf dem Boden. So kann man am besten sehen, ob die Jeans zu hohen und flachen Schuhen passt.
Mittlerweile gibt es Jeans in vielen Farben und mit tollen Details. Aber auch da gilt, dass nicht alles, was „in“ ist, auch gut aussieht: Hellblaue Jeans können nur Frauen mit schlanken Beinen tragen – diese Farbe verbreitert optisch ungemein. Das gilt auch für einige, witzige Details, wie zum Beispiel tief sitzende Gesäßtaschen. Hier ist es am besten, wenn man eine Freundin zur Anprobe mitnimmt, die einen ehrlichen Kontrollblick auf die Rückfront wirft.
In diesem Jahr feiert bei den Jeans auch die Schlaghose wieder ein Comeback, die bereits in den 90er Jahren für Furore sorgte. Generell ist dieser Hosentyp für nahezu jede Figur geeignet: Das ausgestellte Bein bildet nämlich einen optischen Ausgleich zu eventuellen Rundungen im Hüft- oder Pobereich und streckt gleichzeitig die Silhouette. Allerdings sollten kleine Frauen Schlaghosen mit engem Bein wählen, das erst ab Kniehöhe ausgestellt ist.
Neben vielen verschiedenen Schnitten gibt es heute auch ganz unterschiedliche Herstellungsarten, die sich durch Verwaschenheit und strukturierte Oberflächen auszeichnen. Die wichtigsten Verfahren im Überblick:
Brushed Denim: eine samt-artig geschmirgelte Köperware aus Baumwolle mit leicht flusiger Oberfläche und weichem Griff. Besonders oft für weiße Jeans angewendet.
Scrubbed Denim fühlt sich ähnlich an wie die Brushed-Version, nur noch dichter und wildlederartiger angeraut.
Washed Out: Hier wird durch die Technik des Einfärbens oder Bedruckens der Stil einer nach vielfacher Waschbeanspruchung verblassten Färbung künstlich erzielt.
Crushed Denim: Denim mit speziellen Gewebsstruktureffekten, durch die zum Beispiel eine Optik von Sitzfalten entsteht.
Black Denim: Mit Anilinschwarz wird der Denim-Stoff schwarz gefärbt, diese Jeans sind sehr farbecht.
Stretch Denim: Hier unterscheidet man längs- und querelastische Qualitäten. Längselastisch: sehr gute Bequemlichkeit beim Bücken und Sitzen. Querelastisch: Sorgt zusätzlich für einen knackigen Sitz.
Rinsed washed: Die Jeans wird ausschließlich mit Wasser leicht ausgewaschen und danach mit einem Weichmacher gespült. Der Effekt: Die Jeans sieht fast wie ungewaschen aus.
Soft washed: Bezeichnung für ein kurzes, schonendes Verwaschen eines Artikels. Der Griff wird weicher und die Farbe bleibt voll erhalten.
Soft Stone washed: Die Ware wird mit kleinen abgerundeten Bimssteinen und Wasser in Spezialmaschinen behandelt und erreicht einen leichten Kantenabrieb und einen weichen Griff.
Stone washed: Der Stoff wird mit großen Bimssteinen und Wasser behandelt. Bei einem Verhältnis von zwei kg Ware zu einem kg Steinen erhält die Jeans eine ähnliche Optik wie eine ein Jahr lang getragene Hose.
Von Andrea Rink
Fotos: bhs, Matalan, Asos, Debenhams, Premark
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