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Freitag, 21.11.2008
Das Leben einer kämpferischen Frauenrechtlerin
La Laguna wird zur Filmkulisse
Der bekannte und preisgekrönte tinerfenische Filmemacher David Baute wird voraussichtlich im November mit der Verfilmung des Lebens von Mercedes Pinto auf den Kanaren beginnen. Dabei soll La Laguna einem Teil der Handlung als Kulisse dienen. Das Büro für Frauenfragen in La Laguna unterstützt dieses Projekt mit 22.000 Euro.
Mercedes Pinto wurde 1883 in Santa Cruz geboren und starb 1976 in Mexiko. Sie war Romanautorin und Poetin. Unter anderem wurde ihr Buch „Er“ von Luis Buñuel verfilmt. Die Verse „Brisas del Teide“ (Teidebrise) oder die Gedichtsammlung „Ella“ (Sie) sind nur einige ihrer Werke.
Vor allem tat sie das zu einem Zeitpunkt, als dies wenig gefragt und schon gar nicht erwünscht war. Als sie am 25. November 1923 in einer Rede an der Universität Madrid öffentlich die Legalisierung der Scheidung forderte, zwang sie der regierende Diktator Primo de Rivera kurzerhand ins Exil.
Insgesamt war das Leben dieser Frau von Tragödien geprägt, die schon mit dem frühen Tod ihres Vaters begannen, als sie erst wenige Monate alt war. Später verlor sie eine Schwester und während ihrer Reise mit dem Boot, als sie nach Montevideo auswanderte, ein Kind. Mercedes Pinto erfuhr in ihrem Leben Misshandlung und Verlust. Gerade strahlt diese tragische Figur, die trotz allem so viel Stärke, Engagement und Kampfgeist entwickelte, eine unglaubliche Faszination aus. Sie spielt eine fundamentale Rolle in der Geschichte Teneriffas und der spanischen Frauenbewegung.
La Laguna spielt eine Rolle
David Baute hat sich die Geschichte ausgesucht, weil er dem Leben dieser Frau Bewunderung entgegenbringt. „Ich möchte mit meinem Dokumentarfilm einer großen Frau ein Denkmal setzen, die es verdient hat, nicht vergessen zu werden. Die großen Themen ihres Lebens - Missbrauch von Frauen, Gewalt gegen Frauen, Gleichberechtigung und der Kampf der Frau im Berufsleben - sind heute leider noch genau so aktuell wie damals.“ Mit seinem Film will er eine Brücke zwischen der Vergangenheit und der Gegenwart schlagen. Die Geschichte ihres Lebens, Ella. La Huella de Mercedes Pinto (Sie. Die Spur der Mercedes Pinto), erzählt er mit Hilfe einer Reise, die eine Studentin, eine Journalistin und eine Schriftstellerin auf den Spuren dieser Frau unternehmen. Jede von ihnen hat ein anderes Motiv, warum sie von der kanarischen Frauenrechtlerin fasziniert ist und so fügen sich in dem Film viele Mosaiksteine zu einem komplexen Gesamtbild zusammen. Ab Oktober beginnen die Dreharbeiten in Madrid und Montevideo. Etwa Ende November soll der Part gedreht werden, der auf Teneriffa spielt. Dabei wird La Laguna der Geschichte den richtigen historischen Rahmen verleihen. (sv)
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