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Donnerstag, 17.05.2012
Im kanarischen Sommer extrem wichtig:
Richtig trinken hält gesund
Schaltet man an einem x-beliebigen Tag den Fernseher mit einem deutschen Privatsender ein, könnte man meinen, Deutschland liege in der Wüste. Trinken scheint das Zauberwort dieses Jahrhunderts zu sein. Wohin man auch schaut, kämpfen Apfelschorle, stilles Wasser und isotonische Getränke um die Gunst des Käufers.
© Keenan Milligan/stockxhange
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Der menschliche Körper besteht zu zwei Dritteln aus Wasser, das Blut sogar zu 90 Prozent. Dieser hohe Anteil ist lebensnotwendig. Denn Wasser löst bei der Verdauung die Nährstoffe auf, hilft das Blut durch die Adern zu pumpen und versorgt das Gewebe mit Nährstoffen und Sauerstoff. Wasser regelt über den Schweiß die Körpertemperatur und hilft mit Harn und Kot den Körper zu entgiften. Wie wichtig das ist, wird schlagartig bemerkbar, wenn es fehlt. Normalerweise reichen vier Tage ohne Wasser und man verdurstet. Das bedeutet: Der Mensch stirbt an innerer Vergiftung. Im Umkehrschluss können selbst minimale Mengen an Flüssigkeit Leben retten. 2002 kam es zu einem entsetzlichen Erdbeben in der iranischen Stadt Bam. Bei Aufräumarbeiten bargen die Retter einen älteren Mann, der in einem Hohlraum überlebt hatte. 13 Tage lang. Zwar hatte er nichts zu essen, aber Sauerstoff und ein wenig Flüssigkeit.
Wasser und Luft sind demnach für den Menschen gleichermaßen lebenswichtig. Deshalb sollte man täglich ausreichend trinken. Das gilt vor allem vor dem Hintergrund, dass der Mensch jeden Tag durchschnittlich zweieinhalb Liter Flüssigkeit verliert. Am meisten über Harn und Stuhlgang, aber auch über die Haut und – was immer wieder gern vergessen wird – über die ausgeatmete Luft. Dieser Verlust muss also ausgeglichen werden, damit der Wasserhaushalt des Menschen im Gleichgewicht bleibt.
Das geschieht teilweise durch die Nahrung. Vor allem Gemüse und Obst enthalten relativ viel Wasser und gehören deshalb auf den täglichen Speiseplan. Vor allem aber spielt das regelmäßige Trinken eine entscheidende Rolle. Mediziner haben in diesem Zusammenhang eine Faustregel ermittelt, nach der man mit einem durchschnittlichen Tagesbedarf an Flüssigkeit von 40 Milliliter pro kg Körpergewicht rechnen muss. Ein 60 kg schwerer Mensch bräuchte also 2400 ml, das sind 2,4 Liter. Im Durchschnitt wird ein bis anderthalb Liter Flüssigkeit über die Nahrung eingenommen. Man sollte also regelmäßig anderthalb bis zwei Liter am Tag trinken, dann liegt man im Normalfall richtig. Treibt man Sport, schwitzt man allerdings zusätzlich pro Stunde etwa einen Liter aus. Zu viel Flüssigkeit zu trinken schadet nicht, zu wenig zu trinken hingegen schon. Man sollte darum regelmäßig und verteilt über den Tag trinken und zwar kontinuierlich. Grund: Wenn der Mensch Durst verspürt, ist es eigentlich schon zu spät – dem Körper fehlt dann bereits Flüssigkeit. Wer zu wenig trinkt, fühlt sich müde, schlaff und kann sich schlecht konzentrieren. Bei noch stärkerer „Entwässerung“ (Dehydration) treten echte gesundheitliche Probleme auf. Mediziner unterscheiden generell zwischen drei verschiedenen Arten der Dehydratation: Bei der sogenannten isotonen Dehydratation gehen gleichermaßen Wasser und Salze (u.a. Natrium) verloren. Ursache ist häufig zu wenig Trinken sowie Erbrechen oder Durchfall.
Eine hypertone Dehydratation entsteht, wenn es dem Körper an Wasser, aber nicht an Salzen mangelt. Dies kann zum Beispiel bei Fieber und beim Verdursten der Fall sein.
Zur hypotonen Dehydratation dagegen kommt es, wenn im Verhältnis zu der Menge des vorhandenen Wassers zu wenig Salz (Natrium) vorhanden ist. Dies geschieht, wenn zu viel Salz ausgeschieden wird, zum Beispiel bei starkem Schwitzen. Diese Form des Flüssigkeitsmangels spielt bei starken körperlichen Betätigungen eine wichtige Rolle.
Die Auswirkungen der Dehydrierung reichen von trockenen Schleimhäuten über Augenringe, geringe Hautspannung bis hin zu Drehschwindel. Bewusstseinstrübungen, Übelkeit und Kopfschmerzen.
Am Harn kann man es deutlich erkennen: nimmt ein Körper zu wenig Wasser auf, so ist der Harn konzentriert und gelblicher. Und bei älteren Menschen, die allzu oft vergessen zu trinken, kann man mit einem einfachen Handgriff feststellen, ob ihr Körper ausgetrocknet ist. Man zieht mit Zeigefinger und Daumen ein Stück Haut vom Oberarm oder Bauch nach oben und lässt es dann los. Bleibt mehr als eine Minute eine Hautfalte stehen, dann leidet dieser Körper an Wassermangel Wenn zu trinken empfohlen wird, dann sind Wassergetränke gemeint und nicht Genussgetränke wie Kaffee, Alkohol oder süße Limonaden wie Cola. Diese Sorte von Getränken entzieht dem Körper sogar Flüssigkeit, indem sie die Nierendurchblutung anregen. Die Niere spült dann mehr aus, als sie über das Getränk erhält. Auch Kaffee bewirkt Flüssigkeitsentzug. Nicht umsonst wird in Ländern mit langer Kaffee-Tradition zur Tasse Kaffee ein Glas Wasser serviert. Dies sollte man übrigens immer machen, wenn man Alkohol oder Kaffee genießt: zusätzlich Wasser bestellen.
Apropos Nieren: Diese sind besonders auf die Flüssigkeitszufuhr angewiesen. Vor allem sind die Nieren für die Blutreinigung und somit für die Ausscheidung von Fremdstoffen (z. B. Medikamente) über den Harn verantwortlich. Außerdem regulieren sie den Wassergehalt des Körpers und sorgen für eine Regulation des Blutdrucks. Trinkt man dauerhaft zu wenig, stört man nicht nur die menschlichen Filtermechanismen, man kann auch akute Probleme der Nieren bekommen: Nierensteine sind Ablagerungen in den Harnwegen oder in den Nierengängen. Meist kommen sie durch Flüssigkeitsmangel zustande und müssen, je nach Größe, operativ entfernt werden. Blut im Urin und Schmerzen im Nierenbereich (Nierenkolik) sind sichere Anzeichen für eine Erkrankung und sollten sofort vom Arzt behandelt werden. Bei chronischen Entzündungen kann es zu Nierenversagen kommen.
Zurück zum richtigen Trinken: Heil- und Mineralwasser oder zur Abwechslung Schorle, aber auch ungesüßter Tee sind ideal, um den körpereigenen Flüssigkeitshaushalt in Balance zu halten. Die persönliche Trinkmenge sollte – wie bereits erwähnt – über den ganzen Tag verteilt werden.
Beispielsweise eine halbe Stunde vor jedem Essen (Frühstück, Mittag- und Abendessen) ein Viertelliter-Glas. Das hilft nicht nur den Wasserbedarf zu decken, sondern auch schlank zu bleiben, denn man isst anschließend weniger als gewohnt. Während der Mahlzeit sollte man dagegen nicht allzu viel trinken, denn sonst quält man sich anschließend mit einem Wasserbauch. Zwei Stunden nach jeder Mahlzeit wieder ein Glas, das ist dann in Ordnung.
Übrigens macht Trinken nicht nur gesund, sondern auch schön. Fehlt dem Körper Wasser, reduziert sich auch der Wassergehalt in den Hautzellen. Die Widerstandskraft der Haut und die Funktion der Enzyme nehmen ab, die Struktur der Hornschicht wird schlechter. Sie trocknet aus und wird rau, schuppig und rissig. Sie bekommt kleine Fältchen und verliert an Spannung.
Erst die Feuchtigkeit von innen lässt die Haut rosig und elastisch erscheinen.
Bei der richtigen Wahl des Wassers sollte man jedoch unbedingt auf die Inhaltsstoffe achten. Ideal sind mineralstoff- und hydrogencarbonatreiche Wässer. Vor allem Hydrogencarbonat zeichnet sich durch seine Säure neutralisierende Wirkung aus. Der Mineralstoff wirkt aktiv Übersäuerungen im Körper entgegen, die zu fahler und schlaffer Haut führen. Übrigens bestehen die meisten Hautcremes und -lotionen ebenfalls hauptsächlich aus Wasser und Stoffen, die das Wasser in der Haut binden sollen. Die Feuchtigkeitsdepots in den tieferen Hautschichten werden jedoch von innen versorgt – deshalb ist es für die Schönheit genauso wichtig, ausreichend zu trinken! Bei sportlichen Betätigungen, Stress, im Arbeitsalltag, bei Bewegungsmangel und Krankheiten, aber auch ganz bewusst in der Freizeit und zu jedem Essen wirkt hochwertiges Wasser auf diese Weise wie ein Stückchen Schönheit. Und ein letzter Tipp: Wer längere Zeit aus dem Haus muss, sollte immer eine Flasche Mineralwasser bei sich haben. Das gilt jetzt im Hochsommer vor allem beim Autofahren. Die Deutsche Verkehrswacht (DVW) warnte erst unlängst vor Flüssigkeitsmangel bei Autofahrern. Wenn die Sonne auf das Blechdach knallt, erreicht das Wageninnere schnell mal Temperaturen von 40 Grad und darüber – ideale Bedingungen also für die Dehydratation. Aber auch wer eine Klimaanlage besitzt, kommt um ausreichende Flüssigkeitszufuhr nicht herum: Die gekühlte Luft ist – ähnlich wie an Bord eines Flugzeugs – nämlich extrem trocken. Die Folgen: Kopfschmerzen, Konzentrationsschwäche und erhöhte Unfallgefahr. Die DVW empfiehlt Autofahrern, magnesiumreiches Mineralwasser zu trinken. Neben der notwendigen Flüssigkeit sind darin Mineralstoffe und Spurenelemente enthalten, die Körper und Geist auch auf längeren Touren oder im Stau fit halten.
Von Andrea Rink
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17.05.2012 - 
















