Jetzt beginnt die Leidenszeit für Heuschnupfen-Allergiker
Achtung Pollen-Alarm!Wenn andere Menschen sich an den ersten warmen Tagen des Jahres erfreuen, beginnt für Heuschnupfen-Patienten eine wahre Tortur: Frühling und Sommer sind für sie die schlimmsten Jahreszeiten, in denen sie allerlei Einschränkungen und gesundheitlichen Problemen ausgesetzt sind…
Unter Heuschnupfen versteht man eine allergische Erkrankung, die auf einer Überempfindlichkeit gegen die Eiweißkomponenten bestimmter Pollen basiert.
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 | | Schon bei kleinen Kindern nimmt die Häufigkeit von Heuschnupfen zu |
| 03.04.2008 - Bei empfindlichen Personen stuft der Organismus diese an sich harmlosen Pollen als gefährlich ein. Deshalb bildet er Abwehrstoffe, so genannte Antikörper (Immunglobuline), gegen diese Substanz (Allergen), der Allergiker ist sensibilisiert. Kommt er dann erneut mit dem Allergen in Kontakt, reagiert der Körper, als müsse er Krankheitserreger bekämpfen. Antikörper und Allergene verbinden sich und veranlassen die sogenannten Mastzellen, Botenstoffe auszuschütten. Ein wichtiger Botenstoff ist das Histamin. Es erweitert die Blutgefäße, was eine Rötung der Haut verursacht. Aus den Blutgefäßen tritt Flüssigkeit ins Gewebe aus, Schwellungen sind die Folge.
Aber Heuschnupfen-Patienten leiden nicht nur unter geschwollenen Schleimhäuten: Juckreiz der Augen ist ein ebenso typisches Anzeigen wie Niesattacken, im schlimmsten Fall kann es sogar zu Asthmaanfällen kommen.
Dabei unterscheiden Mediziner zwischen verschiedenen Heuschnupfen-Arten: den Frühjahrs-Heuschnupfen durch Pollen von Bäumen, den Sommer-Heuschnupfen durch Gräserpollen und den Herbst-Heuschnupfen durch Kräuterpollen. Dabei ist die häufigste Form der Allergie die gegen Gräserpollen.
In der Regel entwickelt sich Heuschnupfen bereits im Kindesalter. Im Verlauf der Erkrankung kann ein so genannter „Etagenwechsel“ auftreten. Das heißt, die Erkrankung greift auf die Lunge über und verursacht allergisches Asthma.
Meist lässt sich die Diagnose „Heuschnupfen“ schon anhand der Beschreibung der Symptome und der Krankengeschichte stellen. Schwieriger ist es, das auslösende Allergen zu finden.
Deshalb raten Ärzte zu einem sogenannten Allergietagebuch. Darin werden die Art, Schwere und Dauer der Beschwerden eingetragen, die Tageszeit, zu der sie auftreten, sowie Medikamenteneinnahme, Ernährung, Aktivitäten und Umwelteinflüsse, insbesondere Luftschadstoffe. Wird das Tagebuch dann mit dem örtlichen Pollenflugprotokoll verglichen, lässt sich das auslösende Allergen oft identifizieren. Darüber hinaus werden heute folgende Diagnose-Möglichkeiten angewendet:
Der Prick-Test: Die Haut wird dabei mit einer Nadel leicht eingestochen und ein Allergen aufgetragen. Nach einer bestimmten Zeit wird die Reaktion der Haut begutachtet.
Auch eine Blutuntersuchung auf bestimmte Antikörper kann sinnvoll sein.
Ist die Diagnose Heuschnupfen erst einmal bestätigt, gibt es verschiedene Therapieansätze:
Bei leichteren Beschwerden wird mit der Anwendung von sogenannten Mastzellstabilisatoren bereits zwei bis drei Wochen vor der Pollensaison begonnen. Akute Beschwerden lindern solche Präparate nicht, sie sind also rein vorbeugend.
Nasensprays oder Augentropfen werden viermal täglich durchgehend während der gesamten Pollensaison angewendet. Die Schleimhäute nehmen durch den Dauergebrauch keinen Schaden. Auch für Kinder eignet sich die Langzeit-Behandlung.
Asthma-Gefahr
Bei akuten Beschwerden und auch zur täglichen Vorbeugung sind Antihistaminika geeignet, die die Wirkung von Histamin und damit die allergische Reaktion sofort blockieren. Wer vor allem Beschwerden an Auge oder Nase hat, kann mit Augentropfen oder Nasensprays Abhilfe schaffen, die es mittlerweile auch als Kombi-Pack gibt. Juckt es zusätzlich im Rachen, können auch moderne Antihistaminika als Tablette helfen. Dabei haben sich auch rezeptfreie Präparate sehr bewährt.
Abschwellende Nasensprays bringen bei stark zugeschwollener Nase schnell Erleichterun, sollten allerdings nur einmal in der Woche angewendet werden. Ansonsten besteht die Gefahr, dass die Nasenschleimhäute austrocknen und es dadurch zu einer durch Arzneimittel ausgelösten Entzündung kommen kann. Darüber hinaus verschlimmern trockene Schleimhäute die allergische Reaktion.
Da Heuschnupfen-Allergiker in der Saison buchstäblich die „Nase voll“ von Pollen haben, können sie die Schleimhäute zusätzlich mit Befeuchtern reinigen.
Tagsüber sind Nasensprays sehr praktisch, viel effektiver ist aber die Spülung der Nase mit einer Nasendusche. Die allergischen Beschwerden werden durch diese Maßnahme oftmals deutlich gemindert.Was die Nasensprays angeht, haben sich Präparate mit Meerwasser als besonders wirkungsvoll herausgestellt.
Bei schweren und chronischen Beschwerden verordnen Mediziner oftmals eine Kombination von Antihistaminika und Kortison. Die Wirkung der Antihistaminika setzt schnell ein, ist aber nicht so stark wie die von Kortison. Dieses wiederum wirkt langsamer, dafür ist der antiallergische Effekt stärker. Moderne Kortison-Präparate gibt es auch als Augentropfen und Nasensprays. Sie verbleiben am Auge oder der Nasenschleimhaut und können nicht durch die Haut in den Körper dringen. Dadurch sind die Nebenwirkungen äußerst gering.
Wichtig ist in jedem Fall die Diagnose durch einen Arzt, besser noch einen Aller-gie-Spezialisten. Nur der kann nämlich einen exakten Behandlungsplan aufstellen. Mittlerweile birgt simpler Heuschnupfen nämlich eine weitere Gefahr: die Entwicklung von Asthma. Mediziner stellen mehr und mehr fest, dass diese Verlagerung der Erkrankung auf die oberen Atemwege zunimmt. Einer der Gründe: Durch die Umweltbelastung und Klimaveränderung sind die Bronchien generell angegriffen. Ein Beispiel dafür ist der Calima auf den Kanaren, den Wissenschaftler als eine der Hauptursachen für die Zunahme von allergischen Erkrankungen auf dem Archipel ausgemacht haben. Auch hier gilt: Rechtzeitige Diagnose und Medikamentation hilft, den Heuschnupfen zu lindern. Von Andrea Rink
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