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Samstag, 22.11.2008
Ausflug in die Welt der Reptilien
Begegnung mit den kanarischen Sauriern auf El Hierro
Unter dem Titel „Saurios de Canarias. Dragones en las Afortunadas” (Saurier der Kanaren. Drachen der Kanarischen Inseln) kann man im Ausstellungssaal der Regierung in Valverde auf El Hierro eine Reise zu den kanarischen „Dinosauriern“ unternehmen.
Umfangreiche Informationen über noch lebende oder bereits ausgestorbene Echsenarten, Foto- und Bildmaterial sowie Erklärungen über die Evolution und Bedrohung der kanarischen Reptilien, wecken Verständnis für diese scheuen Inselbewohner.
Derzeit gibt es viele Bestrebungen, die endemischen Riesenechsen von La Gomera, El Hierro, Teneriffa und La Palma vor dem Aussterben zu bewahren. In Forschungszentren ist man daran, sie intensiv zu züchten und manchmal, wie kürzlich auf La Gomera, werden Auswilderungsversuche unternommen.
Dass das nicht immer so war, sondern der Schutz der Echsen erst in jüngster Zeit in das Bewusstsein der Menschen gerückt ist, beweist das Beispiel der leider ausgestorbenen Salmor-Echse (Lagarto de Salmor). Als der Schweizer Naturforscher Karl von Fritsch am 5. Januar 1863 auf El Hierro im Rahmen einer Forschungsreise ankam, bestätigte er die Existenz dieser Art, die er an der Ostküste der Insel auf dem Roque del Salmor zu Gesicht bekam. Im Jahr 1891 erschien eine ausführliche Beschreibung und Charakterisierung dieser Spezies in naturwissenschaftlichen Fachkreisen. Diese erregte so viel Aufsehen, dass die wenigen lebenden Exemplare durch eine maßlose Gefangennahme schließlich ganz vom Erdboden verschwand.
Heutzutage zählt fast die Hälfte der Reptilienarten, die weltweit verbreitet sind, zur Gattung der Echsen. Es gibt rund 3.500 verschiedene Arten, die bevorzugt in gemäßigten Klimazonen leben. Die meisten ernähren sich von Insekten, nur einige wenige sind Vegetarier. In der Regel haben sie lange Beine und Schwänze, die ihnen Schnelligkeit verleihen. In Notsituationen können viele Arten den Schwanz abwerfen und so ihrem Jäger entkommen. Später wächst er wieder nach.
Ihre Fortpflanzung weist einige artenspezifische Besonderheiten auf. Die meisten Reptilien legen ihre Eier in versteckte Höhlen, die sie im Schutz von Bäumen und Steinen in den Boden graben. Manche tragen ihre Brut aber auch aus und bringen lebende Junge zur Welt.
Die Ausstellung ermöglicht eine Begegnung und einen Einblick in die Welt der kanarischen Echsen, die trotz ihres Miniformats immer wieder Assoziationen zu den legendären Dinosauriern hervorrufen. Die Sammlung ist deshalb auch mit Kindern ein interessanter Ausflug. Sie ist noch bis zum 30. September von montags bis freitags zwischen 8 und 14 Uhr geöffnet.
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22.11.2008 - 




