„Die Zukunft gehört dem Elektroauto“Viele alternative Antriebskonzepte werden seit Jahren auf ihre Tauglichkeit erprobt, um dem herkömmlichen Benzin- und Dieselmotor irgendwann endgültig den Rücken kehren zu können. „Die Zukunft gehört dem Elektroauto“ behauptet jetzt Professor Hubert Berger von der österreichischen Fachhochschule Joanneum in einem Interview mit pressetext.
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 | | Der Tesla Roadster wird als erster Sportwagen mit Elektroantrieb auf den Markt kommen. | | © CC-by-sa-2.0 Lizenz, creativecommons.org |
| 13.01.2008 - Es müsse einen dringenden Paradigmenwechsel geben, bevor die wertvollen fossilen Brennstoffe zu teuer sind, argumentiert Berger. Den großen Vorteil des Elektromotors sieht er in dessen hohem Wirkungsgrad. Während herkömmliche Motoren die meiste Energie verheizen und der Wirkungsgrad nur bei 15 bis 20 Prozent liegt, ist dieser bei Elektromotoren deutlich höher. Das bedeutet, dass ein Großteil der Energie tatsächlich in Motorkraft umgewandelt wird.
Natürlich gebe es noch einige Hürden zu überwinden. Ein Problem stellt beispielsweise die Leistung der Batterien da, die im Moment noch zu niedrig ist als dass man über eine Massenproduktion von Elektroautos nachdenken könnte. „Eine Weiterentwicklung der Lithium-Ionen-Batterien wird deutlich Abhilfe schaffen“ weiß Berger. „Typische Verkehrswege sind relativ kurz und dafür reicht die Batterieleistung ohnehin aus.“ Bei längeren Fahrten könnten Hybrid-Antriebe zusätzlich Strom herstellen.
Eine der Visionen von Forschern ist, den für Elektroantrieb notwendigen Strom aus alternativen Quellen wie Sonne und Wind zu gewinnen. Sonnenenergie könnte zum Beispiel in Südspanien oder der Sahara gewonnen und über spezielle Hochspannungsleitungen in den Rest Europas transportiert werden, erklärt Berger. Um alle Straßenfahrzeuge mit Sonnenstrom zu versorgen, müssten im Fall von Österreich einmalig etwa 40 Milliarden Euro investiert werden. Zum Vergleich – jährlich werden in Österreich für ca. fünf Milliarden Benzin und Diesel (ohne Steuern) eingekauft.
„Die Herausforderung des 21. Jahrhunderts – der Klimawandel – macht es notwendig, alternative Antriebssysteme zu entwickeln“ ist Berger überzeugt. In der Übergangszeit bis zum ausgereiften Elektroauto mit verbesserten Energiespeichern werden vor allem Hybridantriebe eine große Rolle spielen. Den sogenannten „alternativen Kraftstoffen“ wie Biodiesel und Bio-Ethanol räumt der FH-Professor kaum eine Chance ein. „Die Klimabilanz dieser Treibstoffe ist aufgrund der durch die Düngung entstehenden Distickoxide alles andere als gut, wie dies der Chemie-Nobelpreisträger Paul Crutzen errechnet hat.“
Biodiesel mag zwar schadstoffarm sein, für seine Bearbeitung sei allerdings ein hoher Energieaufwand notwendig. Auch für Fahrzeuge, die mit Wasserstoff betrieben werden, sieht er keine Zukunft, da mit den derzeitigen Technologien kein vernünftiger Gesamtwirkungsgrad erreichbar sei. „Hybridfahrzeuge werden in den kommenden Jahren mit mehr als 20 Prozent Wachstum die höchsten Zuwachsraten erfahren und das neue Stromzeitalter im Straßenverkehr einläuten“ prognostiziert Berger. Langfristig werde dabei die Bedeutung des Elektromotor zunehmen, während die des Benzinmotors abnehme.
„In Kombination mit der Gewinnung von Strom aus nachhaltigen Energiequellen wird das Elektroauto jedenfalls die beste Alternative zum Verbrennungsmotor darstellen. Es wird eine Riesenumstellung geben müssen. Aber man sollte dabei auch daran denken, um wie viel Gebäude, die in der Nähe von Straßen stehen, an Wertsteigerung erfahren.“ Zudem würde auch die Belastung durch Feinstaub aus der Verbrennung wegfallen.
Erster Elektro-Sportwagen im Frühjahr erhältlich
Im Frühjahr 2008 soll der erste Sportwagen mit Elektroantrieb auf den Markt kommen. Der Tesla Roadster der US-amerikanischen Firma Tesla Motors stellte das Modell erstmals im Sommer 2006 auf dem Santa Monica Airport in Kalifornien vor. Der schnittige Roadster verbraucht im Stadtverkehr durchschnittlich 133 WH/km – das entspricht dem Energiegehalt von 1,74 Liter Benzin auf 100 km. Dabei bringt er es mit 252 PS auf eine Höchstgeschwindigkeit von 209 km/h und beschleunigt innerhalb von nur vier Sekunden von 0 auf 100. Als Energiequelle dient ein für Laptops handelsübliche Lithium-Ionen-Akku mit einer Speicherkapazität von etwa 55 Kilowattstunden. Mit einer Ladung kommt man bis zu 400 Kilometer weit.
Kosten soll der saubere Sportwagen voraussichtlich 98.000 Dollar, das entspricht etwa 66.400 Euro. Wer sich sein Exemplar sichern möchte, kann sich dafür auf der Homepage des Unternehmens (teslamotors.com) schon mal dafür anmelden – dafür muss allerdings eine Anzahlung von 5.000 $ leisten.
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