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Freitag, 05.12.2008
Billig fliegen kann teuer werden
Billigairlines erleben derzeit einen regelrechten Boom. Immer mehr Reisende wollen beim Fliegen sparen, dabei sind Flugtickets von Billigairlines nicht immer so billig, wie sie scheinen.
Versteckte Gebühren – wie Gepäckzuschlag oder eine Reiseversicherung treiben den Preis oft in die Höhe, ohne dass der Buchende es merkt, bis er am Ende die Rechnung präsentiert bekommt.
© Foto: easyJet airline company limited
Bei einer Untersuchung des spanischen Konsumentenschutzes stellte sich heraus, dass sieben von zwölf Fluglinien irreführende Informationen auf deren Websites hatten. Man werbe mit Dumping-Preisen und schlage dann zusätzliche Gebühren drauf. Darüber hinaus werde auch häufig mit Gratis-Flugtickets oder solchen, die fast nichts kosten, geworben, die dann, wenn Kunden danach fragen, plötzlich nicht mehr erhältlich seien, kritisierten die spanischen Behörden.
Damit Konsumenten nicht in die „Billig-Flugticket-Falle“ tappen, hat der österreichische Verkehrsclub ÖAMTC zehn Tipps für Reisende ausgearbeitet, die beim Buchen von Billigflügen helfen, unnötige oder versteckte Kosten zu vermeiden:
- 1. Möglichst früh und online buchen. Generell gilt: je kürzer vor Abflug gebucht wird, desto teurer, denn die Kontingente für die billigsten Sitzplätze sind begrenzt. Einige Gesellschaften erheben für die telefonische Buchung Zuschläge, daher sind Online-Buchungen meist günstiger.
- 2. Stark frequentierte Tage meiden (Freitag, Sonntag, Feiertage), hier ist die Nachfrage meist noch größer.
- 3. Bei besonderen Lockangeboten darauf achten, ob es sich tatsächlich um den Gesamtpreis handelt oder ob zusätzlich anfallende Steuern und Gebühren (wie Flughafen- und Sicherheitsgebühren oder Kerosinzuschlag) erst noch hinzukommen.
- 4. Die ausgeschriebenen Preise beziehen sich oft nur auf eine Strecke, der Preis für den Rückflug kann sich erheblich davon unterscheiden.
- 5. Bei der Online-Buchung gilt es wachsam zu sein, sonst schließt man womöglich eine oft nicht gewollte kostenpflichtige Reiseversicherung mit ab. Denn bei einigen Airlines ist das entsprechende Kästchen auf der Buchungsseite schon angekreuzt und muss erst weggeklickt werden.
- 6. Bei vielen Billigfliegern werden Gebühren für die Zahlung mit Kreditkarte verlangt. So zahlt man beispielsweise bei Easyjet 7,5 Euro pro Buchung, bei Ryanair drei Euro pro Strecke. Daher sollte man kostenlose Bezahlverfahren suchen, wie die Zahlung per Lastschrift, auch wenn die Hinweise darauf zum Teil versteckt sind.
- 7. Billigairlines haben nicht alle automatisch Freigepäck im Flugpreis inkludiert. Bei manchen kostet jedes Gepäckstück, das aufgegeben wird, extra. „Erfolgt die Zahlung hierfür erst am Flughafen, kann der Preis dann sogar doppelt so hoch sein, als wenn man die Kosten gleich bei Buchung begleicht“, erklärt Tanja Gems vom ÖAMTC.
- 8. Achten Sie auf die zugelassene Freigepäckmenge. Während bei Linienairlines wie British Airways, Lufthansa und Austrian Airlines 20 bis 23 kg in der Economy-Class zulässig sind, müssen sich Reisende bei einigen Billigairlines, wie Ryanair oder InterSky, mit 15 kg begnügen. Und wenn der Koffer doch schwerer als erlaubt ist, fallen je nach Billigairline zusätzlich zwischen fünf und neun Euro pro Kilogramm Übergepäck an. Linienairlines verlangen je nach Flugstrecke zum Teil jedoch noch höhere Übergepäckgebühren. Bei einem Lufthansaflug von Wien nach Spanien kosten zehn kg zuviel dann schon mal 100 Euro.
- 9. Genau durchgelesen werden sollten auch die Handgepäcksbestimmungen. Erlaubt ist üblicherweise ein Stück pro Person mit den Maßen 55 x 40 x 20 cm. Aber auch geringere Maximalmaße sind möglich. Das zulässige Gewicht kann je nach Airline zwischen fünf und zehn kg liegen.
- 10. Viele Billigairlines fliegen kleinere Flughä-fen weitab der großen Städte an, weil dort weniger Gebühren fällig werden. Für den Passagier bedeutet das, er muss An- und Weiterreise einplanen. Das kostet nicht nur Zeit, sondern auch Geld. Zwei Beispiele: Die meisten Billigflieger nach London landen nicht in Heathrow sondern in Stansted - die Bahnfahrt von dort ins Stadtzentrum Londons kostet rund 20 Euro und dauert eine gute Stunde. In Deutschland liegt der Billigflieger-Standort Frankfurt/Hahn rund 125 km von Frankfurt/Main entfernt - damit wird die Anfahrt zum Flughafen zu einer eigenen kleinen Reise.
- 11. Bei einigen Billigairlines ist es riskant, einen Anschlussflug nach einem Billigflug zu buchen. Denn teilweise muss das Gepäck erst einmal komplett ausgecheckt werden und der Passagier muss sich danach wieder neu einbuchen. Dadurch kann es leicht zu Verspätungen kommen. „Wenn dann der Anschlussflug verpasst wird, hat man als Passagier Pech gehabt. Bei vielen Billigfliegern gibt es keine Anschlussgarantie“ so Gems.
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04.12.2008 - 












