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Freitag, 21.11.2008
„PISA-Studie“ der Verkehrsclubs
Spanier gehören zu den schlechtesten Autofahrern
Erstmals haben mehrere Verkehrsclubs gemeinsam das theoretische und praktische Wissen von Autofahrern in zwölf europäischen Ländern getestet.
Am besten abgeschnitten haben bei der etwas anderen „PISA-Studie“ die Österreicher, die 64,4 Prozent aller Fragen richtig beantworteten. An zweiter Stelle lagen die Deutschen mit einer Erfolgsquote von 61,5 Prozent.
Krasse Selbstüberschätzung
Für die Verkehrsclubs waren die Ergebnisse der Tests ernüchternd. Beinahe die Hälfte aller Fragen wurden falsch beantwortet. Die Selbsteinschätzung der Autofahrer steht dazu in krassem Widerspruch, denn laut Angaben des deutschen ADAC halten sich 94 Prozent aller Studienteilnehmer für gute oder sehr gute Autofahrer. In Österreich, Italien und der Schweiz schätzten sich beinahe alle Befragten für gute oder sehr gute Fahrzeuglenker ein. Und auch in den beiden Ländern, die im Test am schlechtesten abschnitten – also Spanien und Slowenien – hielten sich 92 bzw. 90 Prozent der Fahrer für gute oder sehr gute Autofahrer. Weniger als sechs Prozent aller Befragten stuften sich selbst als „nicht so gut“ oder „nicht gut“ ein. Besonders selbstkritisch sind die Norweger – fast jeder Fünfte beurteilt sein Fahrkönnen als nicht so gut oder nicht gut. Dabei konnte kein einziger alle Fragen richtig beantworten – und zwar in keinem der zwölf Länder. Nur drei Teilnehmer hatten bis auf eine Antwort alle richtig – eine 25-jährige VW-Golf-Fahrerin und ein 30-jähriger Mazda-Fahrer aus Österreich sowie ein 36-jähriger VW-Polo-Fahrer aus Deutschland.
Die besseren Autofahrer
Während sich viele Studienteilnehmer im praktischen Teil noch wacker schlugen, gab es gravierende Defizite im theoretischen Teil. Die meisten falschen Antworten wurden in den Bereichen Verkehrsregeln und Umwelt, sowie zum allgemeinen Fahrverhalten gegeben. Frauen und Männer schnitten dabei etwa gleich gut bzw. schlecht ab. Im praktischen Teil hatten vor allem Führerscheinneulinge Probleme, im theoretischen Teil schnitten die über 60-Jährigen schlechter ab. Auch Viel-Fahrer lagen generell besser im Rennen; wer jährlich 20.000 Kilometer und mehr mit dem Auto zurücklegt, hat ein deutlich besseres theo-retisches Wissen. Ab 25.000 gefahrenen Kilometern scheint sich auch das praktische Wissen zu verbessern. Welche Art von Auto gefahren wird, spielt laut Angaben des ADAC keine Rolle.
Theoretischer und praktischer Teil
Die Frage des theoretischen Teils, deren Beantwortung den Studienteilnehmern am leichtesten fiel, lautete: „Dürfen Sie während der Autofahrt mit dem Handy telefonieren?“ Etwa drei Viertel aller Befragten hatten die richtige Antwort, nämlich „nein“. Wie man umweltfreundlich und Kraftstoff sparend fährt, wussten hingegen nur jeder fünfte Studienteilnehmer. Beim praktischen Teil des Tests ging es nicht darum, seine Fahrkünste unter Beweis zu stellen. Die Aufgabestellung lautete beispielsweise, den Schalter für die Warnblinkanlage zu finden (was fast allen Teilnehmern gelang), oder zu wissen, wo das Warndreieck versteckt ist und wie es sich aufstellen lässt (jeder Fünfte hatte dabei Probleme). Eine der schwierigsten Aufgaben des praktischen Teils war es für Viele, den Reifendruck zu überprüfen – das schafften nur drei Viertel der Getesteten.
Die Studie der Verkehrsclubs ist nicht repräsentativ, zeigt aber Tendenzen auf. „Unfälle durch menschliches Fehlverhalten passieren auch in Folge von ungenügendem Wissen über Verkehrsregeln, oder aufgrund von mangelndem technischen Verständnis für das eigene Fahrzeug“ erklärte Dora Donosa, Verkehrspsychologin des ÖAMTC. Generell konnten die Studienteilnehmer die Fragen am besten beantworten, zu denen es in ganz Europa eine einheitliche Gesetzgebung gibt (wie beispielsweise die Gurtpflicht). Die Verkehrsclubs fordern deshalb eine weitere Harmonisierung der Verkehrsvorschriften innerhalb der Europäischen Union.
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