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Aquakultur

Ein strategischer Sektor für die kanarische Wirtschaft

Die Kanarischen Inseln haben sich auf dem Gebiet der Aqua­kultur (also der kontrollierten Aufzucht von aquatischen Organismen wie Fische, Algen und Meeresfrüchte) an die Spitze gesetzt. Hierbei handelt es sich um eine Geschäftstä­tigkeit mit einem enormen Potenzial, die gerade eine bemerkenswerte Entwicklung erlebt und sich zurzeit mit­ten in der Expansionsphase befindet.

Dieser hoch wettbewerbs­fähige und rentable Produk­tionssektor hat einen heraus­ragenden Status innerhalb der kanarischen Wirtschaft erreicht, angetrieben durch eine Reihe von Faktoren, die mit der Geeignetheit der Umgebung zu tun haben sowie der Tatsache, dass die Inseln über ein Niedrigsteuergebiet verfügen, die so genannte Kanarische Sonderzone (ZEC), dessen Steuervorteile es zu einem Anziehungspol für Aquakulturunternehmen, die in den Bereichen Bewirt­schaftung und Produktion tätig sind, gemacht hat.


Die Gewässer um die Kanaren eignen sich aufgrund des Klimas besonders gut für Aquakulturen
Die Gewässer um die Kanaren eignen sich aufgrund des Klimas besonders gut für Aquakulturen
27.05.2008 - In den letzten Jahren hat sich die Aquakulturbranche auf den Kanarischen Inseln als Wirtschaftszweig mit hervor­ragenden Zukunftsaussichten konsolidiert. Ihre Ausstrahlung stieg so stark an, dass die Fachleute des Sektors davon ausgehen, dass die Auswir­kungen dieser Geschäftstä­tigkeit auf das Bruttoinlands­produkt (BIP) der Kanaren die der Banane, Anbaupflanze par excellence auf den Inseln, übersteigen werden. Das ist generell auf die auf dem kanarischen Archipel für diese Aktivität herrschenden idea­len Bedingungen zurückzu­führen, die eine Ergänzung zum traditionellen Fischfang darstellt und derzeit eine her­ausragende Position unter den erfolgreichsten Unternehmensinitiativen des Marktes ein­nimmt. Die Bedingungen bezüglich des Klimas und der Küstenlage, der Tiefe des Mee­resbodens und der Wasserqua­lität mit idealen Temperaturen (von um die 18 Grad) für die Zucht verschiedener Fischar­ten (hauptsächlich Doraden und Seebarsche), sowie die Verfügbarkeit gemeinsamer Einrichtungen und geregelte Praktiken sind die Voraus­setzungen oder Faktoren, die die Verbreitung der zahl­reichen Unternehmen, die im Bereich der Aquakultur tätig sind, begünstigt haben und deren Fischzuchtanstal­ten und Meeresfarmen heute entlang der gesamten Küste von Teneriffa, Gran Cana­ria und La Palma, beson­ders letzterer, verstreut sind.

Hervorzuheben ist, dass diese Bedingungen zur Ankurbelung der Aktivität geführt haben. Es gibt aber noch weitere Fak­toren, die bei der Bewertung der Entwicklung dieser Pro­duktionstätigkeit zu berück­sichtigen sind wie die Tatsa­che, dass die Kanarischen Inseln über eines der attrak­tivsten Steuersysteme der Europäischen Union verfügen, die Kanarische Sonderzone (ZEC), was die Ansiedlung und Entwicklung der Aqua­kulturbranche auf den Inseln ermöglicht hat. Dieses Ins­trument trägt dazu bei, dass die sieben ZEC-Unternehmen, die in der Aquakulturbranche tätig sind von einem festen Körperschaftssteuersatz von vier Prozent gegenüber dem europäischen Durchschnitt von 25 Prozent profitieren. Eine Reduktion, die sie noch zwölf weitere Jahre, also bis zum Jahr 2019, in Anspruch nehmen können. Dann kann, wenn die Regierung dies für angebracht hält, eine weitere Verlängerung der Laufzeit dieser staatlichen Beihilfe in Brüssel verhandelt werden.

Es hat sich auch der Um-stand ergeben, dass sich ein Großteil dieser im Niedrigsteu­ergebiet tätigen Unternehmen auf der Insel La Palma ange­siedelt hat, wobei sie (gemäß der von der Europäischen Kom­mission im Dezember des ver­gangenen Jahres verabschie­deten Gesetzgebung) dazu nur die geforderten Mindestbedin­gungen für ZEC-Unternehmen zu erfüllen haben. Das bedeu­tet, dass diese Unternehmen dazu verpflichtet sind, inner­halb von zwei Jahren 50.000 Euro zu investieren und drei Arbeitsplätze zu schaffen. Im Rahmen der ZEC gibt es meh­rere Geschäftstätigkeiten, die auf dem Gebiet der Aquakul­tur ausgeübt werden dürfen und von der Produktion von Austernlarven, Miesmuscheln, Hummer und Garnelen bis hin zum Anbau von essbaren Algen reichen. Zurzeit liegt die Zahl der Beschäftigten in ZEC-Unternehmen aus der Aqua­kulturbranche bei fast 70, und die Gesamtinvestition, zu der sich die Unternehmen auf den Kanarischen Inseln verpflich­tet haben, beträgt 5,5 Millio­nen Euro. Die Tatsache, dass jedes dieser Unternehmen über eine erhebliche Anzahl von Mitarbeitern verfügt, zeigt, dass diese Tätigkeit zudem auch noch die Schaffung von Arbeitsplätzen ermög­licht, denn für den Betrieb der Farmen werden Arbeits­kräfte benötigt, zum Beispiel zum Verpacken des Fisches. Außerhalb der ZEC gibt es auf den Kanaren noch weitere zwanzig Unternehmen, die in dieser Branche tätig sind und sich zu verschiedenen Vertrie­ben zusammengeschlossen haben.

Die von den kanarischen Fischzuchtanlagen vertrie­benen Produkte sind haupt­sächlich für das spanische Festland bestimmt. Siebzig Prozent der Produktion gehen dorthin, aber auch hier wer­den Fortschritte gemacht, und zusätzlich zu den üblichen Märkten wie den USA und Kanada wird auch schon auf neue Märkte wie das Verei­nigte Königreich, Frankreich und Deutschland exportiert. In diesem Zusammenhang weisen Experten darauf hin, dass in den nächsten 15 Jah­ren die weltweite Versorgung immer mehr von den Produk­tionen der Aquakulturunter­nehmen stammen wird. Dass die Kanaren auf diesen Wirt­schaftszweig gesetzt haben, war richtig, wie die Zahlen beweisen. Im vergangenen Geschäftsjahr erreichte die Produktion 12.000 Tonnen, eine Zahl, die sie auf den dritten Platz brachte, ganz in die Nähe von Andalusien und hinter die Region Valencia. Gemäß den Prognosen wer­den die Kanarischen Inseln in wenigen Jahren eine Pro­duktion von stolzen 50.000 Tonnen erreichen. Die Daten deuten schon jetzt auf die zukünftige Ausstrahlung der Aktivität in der nationalen und internationalen Wirtschaft hin.
Weitere Informationen: www.zec.org deutsch3@zec.org 


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