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Wie kann ich in meinem Unternehmen Kosten reduzieren?

Die kanarische Wirtschaft befindet sich inmitten tief grei­fender struktureller Verände­rungen. Der Konkurrenzkampf wird in fast allen Bereichen immer stärker. Um überleben zu können, wird es notwen­dig sein, u.a. die Produktivität und Innovation zu verbessern. Außerdem müssen die Kunden zu ihrer Zufriedenheit betreut und die Kosten reduziert wer­den. Der Schwerpunkt dieses Artikels bezieht sich nun dar­auf, was man tun kann, um dieses Ziel zu erreichen.

José Manuel Cerezo Ortega ist Leiter der ZEC für Öffentlichkeitsarbeit
José Manuel Cerezo Ortega ist Leiter der ZEC für Öffentlichkeitsarbeit
09.05.2008 - Die kanarische Unterneh­mensstruktur setzt sich haupt­sächlich aus kleinen und mit­telständischen Unternehmen und aus von Familienbetrieben gebildeten Unternehmensgrup­pen zusammen. In den letzten Jahren ist die Sterblichkeits­rate dieser Art von Unterneh­men gestiegen. So schaffen es 75 Prozent der kanarischen Familienbetriebe nicht in die zweite Generation; im Ver­gleich dazu liegt der spanische Durchschnitt bei 56 Prozent. In Santa Cruz de Tenerife über­lebt ein Drittel der neu gegrün­deten Unternehmen die ersten sechs Monate nicht. Der natio­nale Durchschnitt beträgt hier 22 Prozent. Nach Meinung von Roland Schumann, Gesellschaf­ter der Unternehmensberatung für Strategie und Management Solvys Consulting „gibt es viele Gründe für diese Sterblichkeits­rate, darunter die mangelnde Konkurrenzfähigkeit, die den Erhalt des kanarischen Unter­nehmens auf einem globalen Markt unmöglich macht.“

Zu den noch ungelösten Aufgaben gehört eine Verbes­serung im Bereich Kostenma­nagement. Gegenüber einzel­nen isolierten Aktionen, die manchmal ungeahnte Folgen haben, ist es besser, eine Richt­linie zur Kostenkontrolle fest­zulegen, die Teil der allgemei­nen Unternehmensstrategie ist. Klar sollte dabei sein, dass die Rentabilität des Unternehmens hier das Hauptziel ist. Deshalb muss eine Kostenreduzierung in diese Richtung gehen. Wenn die Streichung von Kosten mit einer Qualitätsminderung der angebotenen Produkte oder Dienstleistungen oder mit Nachteilen für das Personal verbunden ist („um Kosten zu reduzieren wurde die Kaffee­maschine im Unternehmen ent­fernt“), können Einsparungen am Ende sehr teuer für das Unternehmen werden.

Ausgaben ermitteln

Daher besteht der erste Schritt auch darin, die genauen Ausgaben des Unternehmens zu ermitteln. Es ist wichtig, über eine analytische Buch­führung zu verfügen, das heißt, ein System, das es ermöglicht, die Kosten nach Projekt, Pro­dukt oder Produktionslinie zu berechnen. Ein gutes Buch­führungssystem zu erstellen, ist nicht einfach. Außerdem ist immer zu beachten, dass obwohl in der Buchführung die Zahlen sprechen, es sich hier nicht um eine genaue Wissen­schaft handelt und die Ergeb­nisse immer auf Annahmen basieren (zum Beispiel: die Aufteilung der Fixkosten auf die verschiedenen Produkte).

Die Anlage

Mit den erhaltenen Daten beginnt dann die zweite Etappe: die Analyse. Hier sollte man sich eine Reihe von Fra­gen stellen, die etwa so lauten könnten: In welchen Bereichen bietet sich die Möglichkeit, Kosten zu reduzieren? Wel­che Einsparungen sind kurz­fristig durchführbar? Welche sind am leichtesten umzuset­zen? Um die Antworten darauf zu finden, ist es von Vorteil, die Ausgaben nach Art und Höhe des Betrags zu ordnen. Am idealsten ist es in diesen Fäl­len, zum Vergleich über Daten von ähnlichen Unternehmen zu verfügen, um daraus ersehen zu können, in welchen Berei­chen das Unternehmen höhere Ausgaben als der Durchschnitt hat. Daraus ergeben sich inte-ressante Ansätze, aber ein „Benchmarking“ zu erstel­len, ist normalerweise nicht einfach. Eine andere Strate­gie, bei der das Ergebnis meist besser als erwartet ausfällt, besteht darin, die Angestell­ten und Lieferanten zu befra­gen. Dabei reicht es einfach aus, sich die Frage „Was kann ich  besser machen?“ zu stel­len, um herauszufinden, dass es oft verschiedene Lösungen gibt, denen man sich anfangs gar nicht bewusst war.

Kurz-und langfristige Planung

Sobald die möglichen Ein­sparungen ermittelt wurden, ist es zweckmäßig, einen kurz- und langfristigen Plan zu erstellen, um die Ziele festzulegen und durch Definition der einzelnen Indikatoren einen Kontrollpro­zess in Gang zu setzen, der es ermöglicht, die Auswirkungen der eingeführten Maßnahmen zu beurteilen.

Kostenreduzierung

In der letzten Etappe erfolgt dann die Einführung der Maß­nahmen zur effektiven Kosten­reduzierung. Einige davon sind „Klassiker“ und sehr bekannt: ein Sparprogramm bei den Ein­käufen (Neuverhandlung von Verträgen, Wahl besserer Liefe­ranten und Konsolidierung der Einkäufe) oder die Umgestal­tung und Neugestaltung der Unternehmensprozesse (u.a. Automatisierung und Ein­führung technischer Anwen­dungen). Andere sind weniger bekannt, haben aber erheb­liche Auswirkungen. Hierzu zählen z. B. die Reduzierung des Umlaufvermögens (Rech­nungen zuerst für größere Kun­den auszustellen, Fehlerbe­richtigung bei Rechnungen und Aufträgen, Erweiterung der Lieferzeiten usw.) und besonders im Fall der Kana­rischen Inseln die Senkung der Steuerbelastung.

Nur vier Prozent Steuern

Tatsächlich ist es so, dass - während in ganz Europa die Körperschaftssteuer bei rund 30 Prozent liegt - Unterneh­men, die sich auf dem kana­rischen Archipel ansiedeln, in den Genuss von einem Kör­perschaftssteuersatz von nur vier Prozent kommen können. Das heißt, in Bezug auf Steu­ern können Unternehmen, die sich auf den Kanarischen Inseln niederlassen, ca. 26 Prozentpunkte auf die gesam­ten Gewinne und Ersparnisse einsparen. Dies unter norma­len Bedingungen zu erreichen, ist äußerst schwierig, beson­ders wenn man bedenkt, dass es sich hier um eine (jedes Jahr aufs Neue) wiederkeh­rende Einsparung handelt und die Einführung nicht trau­matisch ist: Es werden keine Gehälter gekürzt, keine Liefe­ranten geopfert und die Kaf­feemaschine bleibt auch auf ihrem Platz. Um dies tun zu können, ist es notwendig, in der Kanarischen Sonderzone (ZEC) tätig zu werden und bestimmte Voraussetzungen zu erfüllen, wie z. B. auf den Kanarischen Inseln zu inves­tieren und Arbeitsplätze zu schaffen. Derzeit sind rund fünfhundert Unternehmen in der ZEC tätig, denn das Nied­rigsteuergebiet ermöglicht es u. a., die Steuern zu reduzie­ren und über mehr operative Ressourcen zu verfügen. José Cerezo Direktor für External Relations der ZEC.

Weitere Informationen: deutsch3@zec.org.
Von José Cerezo


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