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Freitag, 19.03.2010
20 Jahre Kleine Komödie Teneriffa
Ecky Bogner - Teneriffas Winter-Entertainer
„Ich brauche die Bühne – dort zu stehen und mein Publikum zu unterhalten, ist das Größte für mich. Außerdem sehe ich es auch als eine Art Gehirnjogging. Solange ich immer wieder neue Rollen lernen muss, bleibt mein Oberstübchen fit“, erzählt Ecky Bogner, der vom „normalen“ Bauingenieur zum Bühnenstar wurde. Geboren wurde er als Sohn einer deutschen Mutter und eines österreichischen Vaters in Deutschland. Als sein Vater im Krieg fiel, holte dessen Vater seine Schwiegertochter und ihre Kinder auf den österreichischen Bauernhof. Dort wuchs Ecky auf. Bis zu seinem 32. Lebensjahr übte er seinen bürgerlichen Beruf aus, ehe ihn sein markantes Gesicht auf einen neuen Weg bringen sollte.
Ernst ist das Leben – Heiter ist die Kunst
An seiner Seite findet man seit seinem 42. Lebensjahr die Schauspielerin und Operettensängerin Sissy Arnold, die gleichzeitig seine vierte und fünfte Frau ist. „Unser erster Eheversuch dauerte nur wenige Monate. Wir hatten uns zwar schon vier Jahre gekannt, ehe wir heirateten, aber damals hatte ich zwischen Bühnenrollen und meiner eigenen Theaterkneipe nur wenig Zeit. Plötzlich sagte meine Frau: So habe ich mir das nicht vorgestellt, lassen wir uns doch lieber wieder scheiden. Das haben wir dann auch postwendend getan“, erzählt der sympathische Sunnyboy lächelnd. Um das Ehedesaster zu vergessen, reiste Sissy nach La Palma und von dort nach Teneriffa. Ecky reiste ihr nach, um sie zu besuchen und blieb. „Wir sind immer Freunde gewesen und nachdem wir beide festgestellt haben, dass nichts Besseres nachkommt, haben wir es einfach noch mal versucht und siehe da – es hält bis heute“. Keiner versteht den Theatervirus, an dem Ecky „leidet“ so gut wie seine Frau, die ja selbst vom Fach ist und auch schon mit ihm gemeinsam auf der Bühne stand. „Ich mag sie einfach, auch ihre kleinen Macken. Meine Frau kann zum Beispiel nicht Auto fahren. Einmal habe ich versucht, ihr das beizubringen. Einmal fuhren wir – glücklicherweise mit einem Mietauto – auf den Fußballplatz in Los Realejos und dort geschah das „Wunder“: Sie hat es doch tatsächlich geschafft, auf dem riesigen Fußballfeld ausgerechnet an das Tor zu donnern, das dann auch noch glatt auf das Auto fiel. Das muss erst mal einer nachmachen! Naja, seitdem steht fest, dass ich fahre“, erzählt er mit einem Augenzwinkern.
Geburtstunde der Kleinen Komödie
Nachdem sie festgestellt hatten, dass es ihnen gesundheitlich auf der Insel viel besser geht als in Österreich, bauten sie gemeinsam die Kleine Komödie auf Teneriffa auf. Mit eigenem Geld und viel Engagement richteten sie sich zunächst eine Bühne und ein Theatercafé im Hotel Palmeras Playa in Puerto de la Cruz ein. Das ging acht Jahre lang gut. Auf dem Spielplan standen zu jeder Saison zwei Stücke und dazu Gastspiele aus Spanien und Deutschland. Dann verkaufte der deutsche Besitzer das Hotel und sein spanischer Nachfolger setzte das Theater unsanft auf die Straße. „Man hat uns nicht einfach nur gekündigt, sondern an dem Tag, an dem wir unsere Sachen abholen sollten, ließ man uns nicht mal mehr ins Haus. Zwei Tage später waren wir dann wieder dort und konnten nur noch Trümmer aufheben. Alles hatten sie kurz und klein geschlagen, selbst die Scheinwerfer und Musikanlage waren nur noch Schrott“, erinnert sich Ecky an ein eher unschönes Erlebnis. Aber so leicht ließ sich das österreichische Duo nicht aus der Bahn werfen und schon gar nicht von der Bühne drängen. Sie traten danach im Mar y Sol im Süden auf und jetzt sind sie zudem regelmäßig in der Steakranch Tarahal in Puerto de la Cruz, im Hotel Playa Sur in El Médano und in der Finca del Arte in Chayofa zu Gast. Gespielt wird jeweils im 14-Tages-Rhythmus mal im Süden, mal im Norden. Auf dem Spielplan stehen „Caveman“, ein international erfolgreiches Bühnenstück, das die Unterschiede zwischen Mann und Frau auf humorvolle Weise unter die Lupe nimmt, und „Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran“. Für Letzteres wurde Omar Sharif auf den Filmfestspielen 2003 in Venedig ausgezeichnet. Seither wird es auf vielen Bühnen in der ganzen Welt immer wieder neu interpretiert. „Eigentlich spiele ich ja lieber lustige Sachen, aber diese tragisch-rührende Geschichte zwischen einem arabischen Kramer und einem kleinen einsamen jüdischen Jungen hat es mir angetan“, freut sich Ecky über seine Version des Erfolgsstücks.
Das Theater ist meine Leidenschaft
Eine kurze Theatersendepause gab es zwischen März 2005 bis zum Jahr 2007. Aus gesundheitlichen Gründen hatten sich Sissy und Ecky eine Auszeit genommen. „Damals sind wir viel gereist. Wir waren unter anderem in Venezuela. Dort war ich erstaunt, wie viele Leute mich kannten, denn der spanische Film „Piel de Cactus“ war dort der Hit und ich war der Held. Das hatte ich überhaupt nicht erwartet“. Lange hält er es ohne die Bühne sowieso nicht aus. Deshalb kehrte er nach der Erholungspause mit frischen Energiereserven zurück. Von 2006 bis 2007 gab er Wintergastspiele in Tunesien und seit 2007 darf man auf Teneriffa wieder fest mit der Kleinen Komödie rechnen. Demnächst wird er voraussichtlich gemeinsam mit seiner Frau Sissy noch ein drittes Stück ins Repertoire aufnehmen. Dann gibt es mit Loriots Dramatischen Werken wieder viel zu lachen. Dazwischen stehen auch heute noch gelegentlich Fototermine ins Haus. Erst kürzlich wurde er als Fotomodell für ein nobles österreichisches Bekleidungshaus gebucht. Männer werden eben mit zunehmendem Alter interessanter und vor der Kamera zählt bei ihnen Charisma viel mehr als ein paar Falten, die sich vielleicht eingeschlichen haben. Seiner Frau ist der einstige Lebemann trotzdem treu – genauso wie der Insel Teneriffa, die es ihm einfach angetan hat. „In meiner Freizeit arbeite ich ein bisschen im Garten der Finca del Arte – einfach so, weil es mir Spaß macht. Dort lerne ich meine Rollen und liebe es, dem Gezwitscher der Vögel zu lauschen“, verrät er. Der Mann, der die schönsten Orte rund um den Globus bereist und kennengelernt hat, ist von seiner Wahlheimat Teneriffa überzeugt. „Meiner Meinung nach werden die Kanarischen Inseln auch in Zukunft der Spitzenreiter auf dem europäischen Reisemarkt bleiben. Es ist nicht nur das milde und angenehme Klima, sondern auch das Drumherum. Es gibt keine giftigen Tiere, sondern stattdessen liebenswerte Menschen, eine freundliche Mentalität und eine Menge herrlicher Natur. Das wird auch in Zukunft so bleiben und ist Teneriffas größter Pluspunkt“, sinniert Ecky, bevor er sich verabschiedet.
von Sabine Virgin
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19.03.2010 - 















