Deutschsprachiges Nachrichten- und Informationsportal für die Kanarischen Inseln
Ein Qualitätsprodukt der Island Connections® Media Group
Donnerstag, 18.03.2010
Carmen Mota
Ein Leben für den Tanz
Carmen Motas Flamenco-Musicals wie „Fuego y Danza“, „Pasión Española“ und „Romeo in love“ sowie aktuell „Airam“ sind zu einer festen Größe an der Playa de las Américas avanciert und gehören zum Pflichtprogramm vieler Teneriffa-Urlauber, die im sonst eher britisch angehauchten Süden ein typisch spanisches Unterhaltungsprogramm suchen. Wer ist Carmen Mota? Wer steht hinter den Shows, die Jahr für Jahr Tausende von Zuschauern in ihren Bann ziehen? Wir wollten es wissen und konnten Carmen am Tag der Premiere ihres Musicals Airam für ein kurzes Interview gewinnen. Frei von arroganten Künstlerallüren berichtet sie in ungezwungener Atmosphäre offenherzig aus ihrem Leben als erfolgreiche Tänzerin und Choreographin.
In jener Zeit war der Beruf eines Künstlers in Spanien verpönt und Carmens Familie setzte alles daran, sie von ihrem Vorhaben abzubringen. Ein Freund des Vaters erkannte jedoch das Talent der jungen Carmen und überredete ihn schließlich dazu, die damals Siebenjährige doch tanzen zu lassen, da sie sehr begabt sei. „Pepe half mir damals sehr, meinen Traum zu verwirklichen“, erinnert sie sich an ihren Mentor aus den Kindertagen. Im Alter von 17 Jahren war Carmen Solotänzerin des weltberühmten spanischen Tänzers und Choreographen Antonio Gades. 1977 baute sie zusammen mit ihrem Tanzpartner Joaquín Robles ihr eigenes Ensemble auf, mit dem sie Tourneen durch Spanien, Europa, die USA und Kanada unternahm.
Heute leitet Carmen Mota verschiedene Ensembles in Städten wie Palma de Mallorca, Málaga, Teneriffa, Montecarlo und sogar im Libanon. Liebe und Hingabe zum Tanz, Disziplin und viele Stunden harter Arbeit sind ihre Erfolgsfaktoren und die ihrer Tänzer. „Vierzehn Jahre dauert normalerweise die Karriere eines Tänzers und im Alter von vierzig Jahren gehört man schon zum alten Eisen. Dann muss man sich von der Bühne zurückziehen. Es ist ein sehr aufopfernder Beruf, so viel Kampf und harte Arbeit für eine so kurze Zeit. Man muss den Beruf schon sehr mögen, sonst lohnt sich der ganze Aufwand nicht“, lautet ihre Zusammenfassung einer Tänzerkarriere.
Carmen Mota ist eine unkonventionelle und risikofreudige Frau und wagt stets Neues. Ihre Choreographien sind einzigartig und die spezielle Mischung aus klassischem Flamenco mit modernen Musicals wurde weltweit zum Kennzeichen ihrer Arbeit. Ihre Shows bestehen immer aus zwei ganz unterschiedlichen Teilen. Der erste Teil ist traditioneller spanischer Tanz, wobei Carmen neben reinem klassischem Flamenco auch moderne Elemente einfließen lässt. „In diesem Teil sieht der Zuschauer die wirklich guten Tänzer, den ganzen Reichtum des Flamencos und der Choreographie“.
Der zweite, moderne Teil steht unter der Regie ihres Sohnes Joaquín Marcelo, der sich seine Ideen von den großen, internationalen Musicals holt und diese an den spanischen Tanz adaptiert. Obwohl Joaquín im Alter von acht Jahren sein Gehör verlor, hat er ein inneres Rhythmusgefühl entwickelt, das ihm mit Hilfe von Schwingungen geholfen hat, auf der Bühne zu tanzen und Choreographien zu erstellen. Er trat schon früh in die Fußstapfen seiner Mutter und lernte mit 21 Jahren von großen Meistern wie Raúl Martínez und Farruco, die Mitglieder im Ensemble seiner Mutter waren.
Airam basiert auf der Musicalfassung des erfolgreichen Films Victor/Victoria von Blake Edwards. Es ist eine Komödie, die im Andalusien der 40er Jahre spielt. Sie erzählt die Geschichte einer Kabaretttänzerin, die in die Rolle eines Mannes schlüpft, um erfolgreich zu sein. Im Verlauf der Vorstellung erlebt das Publikum die Höhen und Tiefen der Protagonistin, die mit ihrer doppelten Rolle als Mann und Frau kämpft. Schließlich sieht sie sich gezwungen, sich zwischen dem künstlerischen Erfolg, den sie als Mann erlangt, und der Liebe, die sie als Frau zu einem berühmten Stierkämpfer gefunden hat, zu entscheiden.
Zu Airam sagt die Choreographin selbst: „Ich habe mit der Tradition und mit den Klischees gebrochen und meine Fantasie benutzt, um eine Darbietung entstehen zu lassen, die Magie, Modernität und Leidenschaft in alle Himmelsrichtungen versprüht. Ich habe Techniken der Broadway- und Las-Vegas-Shows verwendet, dabei aber die Wurzeln beibehalten, die den spanischen Tanz zu etwas Außergewöhnlichem machen“. Die Frage, ob sie mit der Inszenierung von Airam nun allmählich Abstand nimmt von den großen tragischen Opern wie Carmen oder Romeo und Julia, verneint sie.
„Wir haben Airam gewählt, weil es für uns eine ganz neue Herausforderung war, die lustigen Elemente einer Komödie mit der Ernsthaftigkeit, der Dramatik und der Tragik des Flamencos zu vereinen. Das war sehr schwierig, aber ich denke, es ist uns gut gelungen“. Warum wählt Carmen ausgerechnet Teneriffa als Austragungsort für ihre Shows und nicht die großen Bühnen der Welt? „Hier herrscht ein tolles Klima und die Menschen kommen hierher, um sich zu erholen. Was niemand von dem internationalen Publikum hier erwartet, ist ein Spektakel dieser Größenordnung. Das überrascht die Leute und sie kommen es sich ansehen.
Jeder fragt mich, warum wir nicht die berühmten Bühnen von London, Paris oder New York erobern. Wir machen es eben hier, auch wegen der Professionalität des Mare Nostrum Resorts, mit dem wir einen Exklusivvertrag haben und mit dem wir schon jahrelang gut und erfolgreich zusammenarbeiten“. Auf die Frage, welche ihrer bisherigen Darbietungen ihr am besten gefallen habe, antwortet sie mit der Gegenfrage: „Welches deiner Kinder magst du am liebsten? Natürlich alle und jedes auf seine Art, denn alle sind sehr unterschiedlich.
Mit jedem Stück wächst du beruflich, entwickelst dich weiter. Heute blicke ich auf mein erstes Werk „Romeo in love“ liebevoll zurück. Die Inszenierung des Stücks würde heute bestimmt anders aussehen, weil die Zeiten sich ändern und auch ich mich weiterentwickelt habe. Jetzt im Moment begeistert mich natürlich Airam am meisten, weil es das aktuellste Musical ist.“ Airam wird nicht die letzte Show von Carmen Mota sein. Mit ihrem Team reist sie durch die ganze Welt, immer auf der Suche nach neuen Inspirationen für die nächste Show.
Bereits jetzt denken Joaquín und sie über das Thema für ein neues Musical nach. Oliver Twist von Charles Dickens ist im Gespräch. Aber die Umsetzung der Handlung ist laut Carmen außerordentlich schwierig, denn die Tänzer müssten Kinder sein. „Es ist sehr schwer, Kinder zu finden, die professionell und gut Flamenco tanzen und deren Eltern auch dazu bereit sind, ihre Schützlinge für eine Tanzkarriere herzugeben“. Aber vielleicht überrascht die couragierte Künstlerin ihr Publikum schon im nächsten Jahr. „Im Leben ist ja so gut wie nichts unmöglich“, verrät sie verschwörerisch mit einem Augenzwinkern.
von Karin Lachert
| Bildergalerie: Ein Leben für den Tanz |
![]() |
| 4 Bilder zum Artikel gefunden: Weiter zur Bildergalerie |
| Diese Seite drucken |
| Texte © 2007 - 2010 by Kanaren Express Alle Rechte vorbehalten |
|
Social Bookmarking |
| Immobilien zum Kauf - Teneriffa - Puerto de la Cruz | |
Sehr schönes und modern eingerichtet Appartement mit Terrasse und Blick.![]() Ausführliche Information hier Diese Objekt wird angeboten von Inmobiliaria Optima Canarias http://www.optima-tenerife.es | |
| KanarenExpress - Die Zeitung auf den Kanaren Der KanarenExpress, gegründet 2006, ist innerhalb kürzester Zeit die auflagenstärkste deutsche Zeitung auf den Kanarischen Inseln geworden. Die Zeitung wird an Verkaufsstellen auf den Inseln Teneriffa, Gran Canaria, Fuerteventura, Lanzarote, La Palma, El Hierro und La Gomera verkauft. Nachrichten, Reportagen, Informationen von den Kanaren stehen in der Zeitung im Vordergrund. |










17.03.2010 - 















