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Im Gespräch mit Kapitän Servando Peraza García

Seit 34 Jahren fahre ich für Fred Olsen zur See

Am 8. Juli vor genau 34 Jah­ren hatte der junge Servando Peraza García seinen ersten Arbeitstag bei der Fährgesell­schaft Fred Olsen. Seither hat er große ebenso wie kleinere Schiffe des Unternehmens gesteuert: „Von den ersten, ganz einfachen Schiffen bis zu den modernen und hoch technologisierten Modellen von heute“, ergänzt der Seebär.

Seit 1974 ist er Kapitän des „Benchijigua Express“ – der Fähre, die die kleine Insel La Gomera aus ihrer geogra­fischen Isolation führte, indem sie eine schnelle und kosten­günstige Verkehrsverbindung zu Teneriffa herstellte.


Kapitän Peraza García fährt seit mehr als 40 Jahren zur See
Kapitän Peraza García fährt seit mehr als 40 Jahren zur See
Los Cristianos - 05.07.2008 - Heute wird für den Fährbetrieb nach La Gomera ein hoch moder­ner Trimaran eingesetzt, der seit 2005 die Route von Los Cristianos (Teneriffa) nach San Sebastián (La Gomera) in nur 40 Minuten und die Strecke von Los Cristianos nach Santa Cruz de La Palma in nur zwei Stunden zurücklegt. Damit steuert Kapitän Peraza eine der modernsten Schnellfäh­ren der Welt.

„Die Mitglieder der Crew sind mehr als nur Mitarbeiter, wir sind wie eine Familie.“

„Ich hatte als Kapitän das Glück und die Ehre, im Jahr 2005 alle drei neuen Trima­rane des Unternehmens von Australien hierher zu steu­ern. Das war eine sehr wich­tige und erfüllende Aufgabe.“ Die Schiffe wurden in Freemantle (Australien) übernom­men und via „Kap der guten Hoffnung“ von Südafrika zu den Kanarischen Inseln gebracht. Die Reise, auf der 9.250 Meilen zurückgelegt wurden, dauerte insgesamt 15 Tage. Der Benchijigua Express erreicht Spitzengeschwindig­keiten von 40 Knoten, das entspricht etwa 76 km/h. Das Schiff kann 1.350 Passagiere sowie 400 Autos transportieren und gehört damit nicht nur zu den modernsten, sondern auch zu den geräumigsten Fähren seiner Klasse.

Kapitän Peraza liebt sei­nen Beruf: „Ich fahre diese Route zwischen Los Cristi­anos und La Gomera sehr gern. Die Mitglieder der Crew sind mehr als nur Mitarbei­ter, wir sind wie eine Fami­lie. Und dadurch macht die Arbeit auf dem Schiff natür­lich gleich noch einmal so viel Freude.“ Auf der Brücke des Schiffs stehen dem Kapitän der erste Offizier und der Chef­ingenieur zur Verfügung. Auch über seinen Arbeitgeber äußert sich Servando Peraza positiv: „In Fachkreisen ist die Fred Olsen S.A. dafür bekannt, dass sie sich bis ins kleinste Detail für den Komfort der Passagiere bemüht. Wir sind in jeder Hin­sicht immer auf dem neues­ten Stand der Technik und die Schiffe zählen zu den sichers­ten der Welt. Nichts wird bei Fred Olsen dem Zufall über­lassen.“

Servando Peraza García wurde 1947 auf Teneriffa geboren. Er ist verheiratet und hat vier Kinder. „Ich bin aus Santa Cruz, ein so genannter Chicharrero, wie man hier sagt, und ich hatte das Glück, die gesamte technische Entwick­lung der Schifffahrt der letz­ten Jahrzehnte zu durchleben, ohne dafür von meiner Fami­lie getrennt sein zu müssen. Und das ist für Seefahrer eher unüblich, sie sind oft Wochen oder Monate lang weg von zu Hause.“ Peraza wurde an der öffentlichen Schule für See­fahrt in Santa Cruz ausgebil­det, seine Kapitänsprüfungen legte er 1966 in Madrid ab. Danach arbeitete er auf Öltan­kern des Cepsa-Konzerns sowie auf Fracht- und Passagierschif­fen anderer Reedereien, bis er 1974 schließlich zu Fred Olsen kam. „So lange ich gesund bin, möchte ich Kapitän auf diesem Schiff bleiben – ich liebe die­sen Job hier einfach.“

Nachdem der Benchijigua Express die Passagiere in San Sebastián von Bord lässt, geht es zurück nach Los Cristianos. Noch am gleichen Abend sticht das Schiff noch einmal in See – es geht weiter nach Santa Cruz de La Palma, wo die Crew übernachtet, bis es am nächsten Morgen um 6.30 Uhr wieder zurück nach Los Cris­tianos fährt. „Die Arbeitstage sind ziemlich lang, aber zwi­schen den Fahrten haben wir auch Freizeit. Wir arbeiten in Schichten und maximal sie­ben Tage am Stück. Meistens sind es aber nur fünf, bis wir dann wieder frei haben. Das System hat sich bewährt.“

Im Januar 2006 wurde dem langjährigen Steuermann vom Minister für Arbeit und Soziales die Goldmedaille für besondere Verdienste ver­liehen. Peraza nahm sie im Hafen von Santa Cruz entgegen – natürlich an Deck eines Fred-Olsen-Schiffes. Die Auszeich­nung würdigt außerordent­liches professionelles sowie menschliches Verhalten, und Peraza war der erste spanische Seemann und gleichzeitig der erste Canario, der mit dieser hohen Auszeichnung geehrt wurde. Oft hat er seine Fähre auf halber Strecke gewendet, um noch eine kranke oder schwangere Person mitzu­nehmen und dadurch nicht nur seine Fähigkeit als Steu­ermann unter Beweis gestellt, sondern vor allem Entschei­dungskraft und Menschlich­keit gezeigt. 
Von Theresa Willson/Margot Aigner



Bildergalerie: Seit 34 Jahren fahre ich für Fred Olsen zur See
Kapitän Peraza García fährt seit mehr als 40 Jahren zur See Der Benchijigua Express läuft aus dem Hafen von Los Cristianos aus Nach dem Ausladen im Hafen von La Gomera geht es zurück nach Teneriffa 
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