 | | Sportkommentator Jörg Wontorra organisierte das Wohltätigkeits-Golf-Tournier auf Teneriffa bereits zum zweiten Mal |
| 20.04.2008 - Und sogar TV-Stars, die man nicht unbedingt mit Sport in Verbindung bringt – wie Mike Krüger – wurden auf dem Golf-Platz an der Costa Adeje gesichtet. „Wir machen das hier für den Eagles Charity Golf Club“ erklärt Organisator Wontorra, „das ist ein Wohltätigkeitsverein, der seit 15 Jahren existiert und wir sammeln Spenden ein für wohltätige Zwecke. Wir unterstützen Kinderhilfsorganisationen, wir unterstützen Anti-AIDS-Organisationen – wie die Anti-AIDS-Stifung von Michael Stich. Es gibt in Deutschland ungefähr 15 Eagles-Tourniere im Jahr und ich mache immer die Saison-Eröffnung – und das seit sechs Jahren in Spanien.“
Obwohl Jörg Wontorra die Golfplätze und das Klima der Insel schätzt, ist er kein Teneriffa-Urlauber. „Ich bin eigentlich Andalusien-Fan. Ich war zwar schon mal auf Urlaub hier, da meine Schwiegereltern hier ein Apartment hatten, aber mehr nicht.“ Am besten gefällt ihm dabei der Süden Teneriffas, „weil er warm ist“. „Der Golfplatz ist toll und das Hotel, in dem wir sind, das Hotel Anthelia, ist sensationell. Ich fühle mich schon im Süden ein bisschen wohler, auch wenn es hier ein bisschen brauner ist, weil es nicht so viel regnet. Man merkt doch den Temperaturunterschied zwischen Norden und Süden - es ist immer um vier bis fünf Grad wärmer hier.“
„Ich bin ganz, ganz sicher, dass die Deutschen gegen die Österreicher gewinnen werden.“
Jörg Wontorra verbindet man zwar mit Fußball, sein persönlicher Lieblingsport ist allerdings Golf. Im Moment wenigstens. „Früher habe ich am liebsten Tennis gespielt und Handball. Das Schöne am Golfen ist, dass man im Normalfall – in Deutschland – acht bis zehn Kilometer läuft und dann ist es richtiger Sport. Hier fährt man die Strecke ja mit dem Wagen, aber in Deutschland läuft man. Golfen fordert sehr viel Konzentration und wenn der Ball dann so richtig fliegt, ist das eine Sensation. Das ist absolut toll und es macht auch sehr viel Spaß, dass man sich mit Leuten messen kann. Beim Golfen ist es durch das Handicap auch möglich, mit jemandem zu spielen, der viel besser ist. Das wird durch das Handicap ausgeglichen. Und außerdem gewinnt man beim Golf-Spielen, wie man hier auf der Terrasse (des Golf Club Hauses Costa Adeje) sieht, sehr viele Freunde.“
Wontorras Karriere
Wontorras Laufbahn beim Fernsehen begann nach einem abgebrochenem Rechtswissenschaftsstudium beim deutschen TV-Sender NDR. Von 1982 bis 1992 war er Sportchef bei Radio Bremen, von 1984 bis 1992 moderierte er außerdem die ARD-Sportschau. Danach wechselte er zu Sat 1 und moderierte neben der Fußballsendung „ran-Sat-1 Bundesliga“ auch die Sendung „Bitte melde dich“, bei der er vor laufender Kamera nach vermissten Personen suchte. Von 1996 bis 1997 moderierte Jörg Wontorra die DSF-Sendung „Victor“. Von 2003 bis 2006 kommentierte er für Sat 1 die Champions League. Seit März 2004 ist er sonntags regelmäßig in der Talk-Show „Doppelpass“ zu sehen. Neben seiner Kommentatoren- und Moderatorentätigkeit, er seit fast 30 Jahren ausübt, sammelte Wontorra auch Erfahrungen als TV-Produzent, als er in Frank Elstners Unternehmen „Elstnertainment“ mit einstieg. Von 1999 bis 2002 saß Wontorra im Aufsichtsrat beim Fußballclub Werder Bremen.
Olymische Spiele und Fußball-WM
Jörg Wontorra war insgesamt sieben Mal bei den Olympischen Spielen als Kommentator vor Ort. Die bevorstehenden Spiele in China werden im Moment von Protesten und Boykott-Androhungen begleitet, da China brutal gegen die tibetische Bevölkerung vorgeht. Als Meinungsmacher im Sport hat uns natürlich Wontorras persönliche Haltung zu diesem kontroversen Thema interessiert. „Ich sehe Peking als Austragungsort durchaus kritisch. Also – ganz im Ernst - wenn China seine Tibetpolitik nicht ändert, müsste zumindest das IOC (International Olympic Committee) als Dachverband der Sportler auf die politische Führung in China einwirken. Ich würde es aber fatal finden, die Spiele abzusagen bzw. sie zu boykottieren. Die Sportler haben sich ja darauf vorbereitet; die versuchen auch, hier ihre sportliche Leistung zu bringen und Erfolg zu haben und man kann das nicht einfach auf dem Rücken der Sportler austragen. Aber das IOC als Verband müsste schon mal mit der Regierung in Peking über diese Geschichte reden.“
Über den Aufruf mancher Organisation an die Fersehzuschauer weltweit, die Olympischen Spiele zu blockieren, indem sie sie ganz einfach nicht im Fernsehen mitverfolgen, kann Wontorra nur lachen. „Das ist lächerlich. Denken Sie irgend jemand macht deshalb seinen Fernseher aus? Wenn Sie mir sagen „spring ins Mittelmeer“ - meinen Sie, tu ich das?!“ spottet er.
Weniger kontrovers: die Fußball-Europameisterschaft, die im Sommer 2008 in Österreich und der Schweiz ausgetragen wird. Wontarra freut sich dabei besonders auf das Spiel Deutschland gegen Österreich. „Ich werde da am 6. Juni dabei sein, ich fahre nach Wien und werde das Spiel von der Zuschauertribüne aus verfolgen. Und ich bin ganz, ganz sicher, dass die Deutschen gewinnen werden.“
Jugendförderung und Sport
Als Vater von zwei Teenagern ist für Wontorra auch die Erziehung und Förderung von Kindern und Jugendlichen mithilfe von Sport wichtig. „Ich habe selber eine Stiftung, die Hanse Stiftung, die sich vor allem um Jugendliche kümmert. Wir versuchen beispielsweise über Fußball, Kinder von der Straße zu kriegen. Man merkt das, wenn Kinder Sport treiben, kommen sie nicht auf dumme Gedanken. Wenn sie Sport treiben, dann haben sie etwas vor und dann sind sie von der Straße weg. Ich halte so was für ganz, ganz wichtig und deshalb engagiere ich mich da auch sehr mit meiner Stiftung.“ Auch ein Teil der Spenden, die auf dem Eagles-Golf-Tournier auf Teneriffa generiert werden, fließen in die Finanzierung von Wontorras Jugendprojekten. „Alleine das Fußballprojekt kostet 900.000 Euro im Jahr.“
Jörg Wontorra zieht Bilanz – beruflich und privat
Ende dieses Jahres wird Jörg Wontorra 60 Jahre alt. Wenn er auf sein Leben und seine Karriere zurückblickt, gibt es nicht viel, was der erfolgreiche Sportjournalist bereut. Gefragt, was er anders machen würde, wenn er noch einmal am Anfang seiner Karriere stünde, scherzt er „ich würde wahrscheinlich einen ordentlichen Beruf ergreifen – Banker oder Betriebswirt oder so was, dann hätte ich am Wochenende frei.“ „Mein Beruf ist schon mein Traumberuf“ gesteht er schließlich doch. „Ich verbinde mein Hobby mit meinem Beruf, aber ich muss halt an jedem Wochenende arbeiten.“ Jörg Wontorra blickt auf so viele schöne und ergreifende Erlebnisse und Ereignisse zurück, dass es ihm schwer fällt, spezifische Höhepunkte herauszustreichen. „Ich habe bisher eine wunderschöne Zeit in meinem Beruf gehabt, mit vielen Höhen und wenigen Tiefen und das Schönste für mich war, dass sich die Tiefen in Grenzen hielten. Das war auch, was mich am meisten beeindruckt hat.“
Jörg Wontorras Bilanz: „Das Schönste für mich war, dass sich die Tiefen in Grenzen hielten.“
Seine Zukunft will Jörg Wontorra etwas „ruhiger“ gestalten. „Ich kann mir vorstellen, dass ich nicht mehr allzu lange arbeiten werde. Dann werde ich viel verreisen, meine Kinder groß werden sehen – aber das passiert alles noch nicht heute und auch noch nicht in diesem Jahr. Ich habe ein Haus in Marbella, da werde ich dann sicher öfter sein.“ Gefragt, ob denn auch Teneriffa ein mögliches Winterdomizil für ihn wäre, lehnt er entschieden ab. „Unter keinen Umständen. Für mich ist Marbella viel schneller zu erreichen. Da fliege ich nur drei Stunden und nicht fünf oder gar sechs Stunden. Und außerdem habe ich in Marbella einen Freundeskreis und ich würde nicht jetzt mit 60 noch einmal neu anfangen, mir Freunde suchen.“
Wontorra ist geschieden und hat zwei Kinder im Teenager-Alter. Schlagzeilen in der Boulevard-Presse machte unlängst die Trennung von seiner langjährigen Freundin Birgit Lohstroh. Wie er uns jetzt bestätigt, ist das längst Schnee von gestern. Mit seiner neuen Freundin Heike (39) geht es ihm nämlich nach eigenen Angaben „sehr gut“. „Meine Freundin ist hier und es ist alles prima und wir verstehen uns gut und freuen uns sehr, dass wir hier auch einmal gemeinsam Zeit miteinander verbringen. Wir haben uns bei einer Sport-Gala in Nordhorn kennengelernt.“ Den Nachnamen seiner neuen Liebe wollte uns Jörg Wontorra nicht verraten. „Den kenne nur ich und das soll auch so bleiben...“ Von Margot Aigner
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