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Sport-Kommentator Jörg Wontorra im Interview

„Es geht mir sehr, sehr gut mit meiner neuen Freundin“

Jörg Wontorra ist nicht nur Fußball-Fans ein Begriff – der mittlerweile 59-jährige Sportkommentator ist auch eine Ikone der deutschen TV-Szene und steht somit immer wieder im Rampenlicht der Öffentlichkeit.

Bereits zum zweiten Mal in Folge organisierte der beliebte Sportkommentator- und Mode­rator im April ein Wohltätig­keits-Golf-Tournier auf Tene­riffa, an dem unter anderem eine Reihe Prominenter aus Deutschland, ebenso wie ein­flussreiche Personen aus der deutschen Wirtschaft, teilnah­men. So waren neben vielen anderen Promis auch Tennis-Legende Michael Stich und Fußballer Bernd Hölzenbein zum Ball-Abschlag in den Süden der Insel gekommen.


Sportkommentator Jörg Wontorra organisierte das Wohltätigkeits-Golf-Tournier auf Teneriffa bereits zum zweiten Mal
Sportkommentator Jörg Wontorra organisierte das Wohltätigkeits-Golf-Tournier auf Teneriffa bereits zum zweiten Mal
20.04.2008 - Und sogar TV-Stars, die man nicht unbedingt mit Sport in Verbindung bringt – wie Mike Krüger – wurden auf dem Golf-Platz an der Costa Adeje gesichtet. „Wir machen das hier für den Eagles Charity Golf Club“ erklärt Organisator Wontorra, „das ist ein Wohl­tätigkeitsverein, der seit 15 Jahren existiert und wir sam­meln Spenden ein für wohltä­tige Zwecke. Wir unterstützen Kinderhilfsorganisationen, wir unterstützen Anti-AIDS-Organi­sationen – wie  die Anti-AIDS-Stifung von Michael Stich. Es gibt in Deutschland ungefähr 15 Eagles-Tourniere im Jahr und ich mache immer die Sai­son-Eröffnung – und das seit sechs Jahren in Spanien.“

Obwohl Jörg Wontorra die Golfplätze und das Klima der Insel schätzt, ist er kein Tene­riffa-Urlauber. „Ich bin eigent­lich Andalusien-Fan. Ich war zwar schon mal auf Urlaub hier, da meine Schwiegerel­tern hier ein Apartment hat­ten, aber mehr nicht.“ Am besten gefällt ihm dabei der Süden Teneriffas, „weil er warm ist“. „Der Golfplatz ist toll und das Hotel, in dem wir sind, das Hotel Anthelia, ist sensationell. Ich fühle mich schon im Süden ein bisschen wohler, auch wenn es hier ein bisschen brauner ist, weil es nicht so viel regnet. Man merkt doch den Temperatur­unterschied zwischen Norden und Süden - es ist immer um vier bis fünf Grad wärmer hier.“

„Ich bin ganz, ganz sicher, dass die Deutschen gegen die Österreicher gewinnen werden.“

Jörg Wontorra verbindet man zwar mit Fußball, sein persön­licher Lieblingsport ist aller­dings Golf. Im Moment wenigs­tens. „Früher habe ich am liebsten Tennis gespielt und Handball. Das Schöne am Gol­fen ist, dass man im Normal­fall – in Deutschland – acht bis zehn Kilometer läuft und dann ist es richtiger Sport. Hier fährt man die Strecke ja mit dem Wagen, aber in Deutschland läuft man. Golfen fordert sehr viel Konzentration und wenn der Ball dann so richtig fliegt, ist das eine Sensation. Das ist absolut toll und es macht auch sehr viel Spaß, dass man sich mit Leuten messen kann. Beim Golfen ist es durch das Handi­cap auch möglich, mit jeman­dem zu spielen, der viel besser ist. Das wird durch das Handi­cap ausgeglichen. Und außer­dem gewinnt man beim Golf-Spielen, wie man hier auf der Terrasse (des Golf Club Hauses Costa Adeje) sieht, sehr viele Freunde.“

Wontorras Karriere

Wontorras Laufbahn beim Fernsehen begann nach einem abgebrochenem Rechtswissen­schaftsstudium beim deut­schen TV-Sender NDR. Von 1982 bis 1992 war er Sport­chef bei Radio Bremen, von 1984 bis 1992 moderierte er außerdem die ARD-Sport­schau. Danach wechselte er zu Sat 1 und moderierte neben der Fußballsendung „ran-Sat-1 Bundesliga“ auch die Sen­dung „Bitte melde dich“, bei der er vor laufender Kamera nach vermissten Personen suchte. Von 1996 bis 1997 moderierte Jörg Wontorra die DSF-Sendung „Victor“. Von 2003 bis 2006 kommen­tierte er für Sat 1 die Cham­pions League. Seit März 2004 ist er sonntags regelmäßig in der Talk-Show „Doppelpass“ zu sehen. Neben seiner Kom­mentatoren- und Moderatoren­tätigkeit, er seit fast 30 Jah­ren ausübt, sammelte Wontorra auch Erfahrungen als TV-Pro­duzent, als er in Frank Elst­ners Unternehmen „Elstner­tainment“ mit einstieg. Von 1999 bis 2002 saß Wontorra im Aufsichtsrat beim Fußball­club Werder Bremen.

Olymische Spiele und Fußball-WM

Jörg Wontorra war ins­gesamt sieben Mal bei den Olympischen Spielen als Kom­mentator vor Ort. Die bevorste­henden Spiele in China werden im Moment von Protesten und Boykott-Androhungen beglei­tet, da China brutal gegen die tibetische Bevölkerung vor­geht. Als Meinungsmacher im Sport hat uns natürlich Won­torras persönliche Haltung zu diesem kontroversen Thema interessiert. „Ich sehe Peking als Austragungsort durchaus kritisch. Also – ganz im Ernst - wenn China seine Tibetpolitik nicht ändert, müsste zumin­dest das IOC (International Olympic Committee) als Dach­verband der Sportler auf die politische Führung in China einwirken. Ich würde es aber fatal finden, die Spiele abzu­sagen bzw. sie zu boykottie­ren. Die Sportler haben sich ja darauf vorbereitet; die versu­chen auch, hier ihre sportliche Leistung zu bringen und Erfolg zu haben und man kann das nicht einfach auf dem Rücken der Sportler austragen. Aber das IOC als Verband müsste schon mal mit der Regierung in Peking über diese Geschichte reden.“

Über den Aufruf mancher Organisation an die Fersehzu­schauer weltweit, die Olym­pischen Spiele zu blockie­ren, indem sie sie ganz einfach nicht im Fernsehen mitverfol­gen, kann Wontorra nur lachen. „Das ist lächerlich. Denken Sie irgend jemand macht deshalb seinen Fernseher aus? Wenn Sie mir sagen „spring ins Mit­telmeer“ - meinen Sie, tu ich das?!“ spottet er.

Weniger kontrovers: die Fußball-Europameisterschaft, die im Sommer 2008  in Öster­reich und der Schweiz ausge­tragen wird. Wontarra freut sich dabei besonders auf das Spiel Deutschland gegen Österreich. „Ich werde da am 6. Juni dabei sein, ich fahre nach Wien und werde das Spiel von der Zuschauertribüne aus verfolgen. Und ich bin ganz, ganz sicher, dass die Deut­schen gewinnen werden.“

Jugendförderung und Sport

Als Vater von zwei Teena­gern ist für Wontorra auch die Erziehung und Förderung von Kindern und Jugendlichen mit­hilfe von Sport wichtig. „Ich habe selber eine Stiftung, die Hanse Stiftung, die sich vor allem um Jugendliche küm­mert. Wir versuchen beispiels­weise über Fußball, Kinder von der Straße zu kriegen. Man merkt das, wenn Kinder Sport treiben, kommen sie nicht auf dumme Gedanken. Wenn sie Sport treiben, dann haben sie etwas vor und dann sind sie von der Straße weg. Ich halte so was für ganz, ganz wich­tig und deshalb engagiere ich mich da auch sehr mit meiner Stiftung.“ Auch ein Teil der Spenden, die auf dem Eag­les-Golf-Tournier auf Teneriffa generiert werden, fließen in die Finanzierung von Wontorras Jugendprojekten. „Alleine das Fußballprojekt kostet 900.000 Euro im Jahr.“

Jörg Wontorra zieht Bilanz – beruflich und privat

Ende dieses Jahres wird Jörg Wontorra 60 Jahre alt. Wenn er auf sein Leben und seine Karriere zurückblickt, gibt es nicht viel, was der erfolgreiche Sportjournalist bereut. Gefragt, was er anders machen würde, wenn er noch einmal am Anfang seiner Kar­riere stünde, scherzt er „ich würde wahrscheinlich einen ordentlichen Beruf ergreifen – Banker oder Betriebswirt oder so was, dann hätte ich am Wochenende frei.“ „Mein Beruf ist schon mein Traum­beruf“ gesteht er schließlich doch. „Ich verbinde mein Hobby mit meinem Beruf, aber ich muss halt an jedem Wochenende arbeiten.“ Jörg Wontorra blickt auf so viele schöne und ergreifende Erleb­nisse und Ereignisse zurück, dass es ihm schwer fällt, spe­zifische Höhepunkte heraus­zustreichen. „Ich habe bis­her eine wunderschöne Zeit in meinem Beruf gehabt, mit vielen Höhen und wenigen Tie­fen und das Schönste für mich war, dass sich die Tiefen in Grenzen hielten. Das war auch, was mich am meisten beein­druckt hat.“

Jörg Wontorras Bilanz: „Das Schönste für mich war, dass sich die Tiefen in Grenzen hielten.“

Seine Zukunft will Jörg Won­torra etwas „ruhiger“ gestal­ten. „Ich kann mir vorstellen, dass ich nicht mehr allzu lange arbeiten werde. Dann werde ich viel verreisen, meine Kin­der groß werden sehen – aber das passiert alles noch nicht heute und auch noch nicht in diesem Jahr. Ich habe ein Haus in Marbella, da werde ich dann sicher öfter sein.“ Gefragt, ob denn auch Teneriffa ein mög­liches Winterdomizil für ihn wäre, lehnt er entschieden ab. „Unter keinen Umständen. Für mich ist Marbella viel schneller zu erreichen. Da fliege ich nur drei Stunden und nicht fünf oder gar sechs Stunden. Und außerdem habe ich in Mar­bella einen Freundeskreis und ich würde nicht jetzt mit 60 noch einmal neu anfangen, mir Freunde suchen.“

Wontorra ist geschieden und hat zwei Kinder im Teen­ager-Alter. Schlagzeilen in der Boulevard-Presse machte unlängst die Trennung von sei­ner langjährigen Freundin Bir­git Lohstroh. Wie er uns jetzt bestätigt, ist das längst Schnee von gestern. Mit seiner neuen Freundin Heike (39) geht es ihm nämlich nach eigenen Angaben „sehr gut“. „Meine Freundin ist hier und es ist alles prima und wir verste­hen uns gut und freuen uns sehr, dass wir hier auch ein­mal gemeinsam Zeit mitein­ander verbringen. Wir haben uns bei einer Sport-Gala in Nordhorn kennengelernt.“ Den Nachnamen seiner neuen Liebe wollte uns Jörg Wontorra nicht verraten. „Den kenne nur ich und das soll auch so bleiben...“ 
Von Margot Aigner



Bildergalerie: „Es geht mir sehr, sehr gut mit meiner neuen Freundin“
Sportkommentator Jörg Wontorra organisierte das Wohltätigkeits-Golf-Tournier auf Teneriffa bereits zum zweiten Mal Auch TV-Stars wie Mike Krüger (vorne links) und Pierre Sanoussi-Bliss (hinten mitte; bekannt aus der Krimi-Serie „Der Alte”) kamen zum Ball-Abschlag an die Costa Adeje  
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