Einzigartiges Hilfsprojekt
Ferien im Frieden für WüstenkinderWer sich in den kommenden Monaten Juli und August über die vielen farbigen Kinder auf den Kanarischen Inseln wundert, sollte wissen, dass es sich dabei um ein einzigartiges spanisches Hilfsprojekt handelt, das seit 22 Jahren Kinderherzen glücklich macht.
Unter dem Motto „Vacaciones en paz“ (Ferien im Frieden) verbringen jedes Jahr Tausende Kinder aus der algerischen Wüste ihre Ferien in Spanien. In diesem Jahr werden es insgesamt rund 9.000 Kinder zwischen sieben und zwölf Jahren sein. Allein 700 davon werden auf den Kanaren erwartet.
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 | | Die Kinder genießen den Aufenthalt bei den kanarischen Familien |
| 18.07.2008 - Seit der Besetzung ihrer Heimat in der Sahara durch die Marokkaner leben zahlreiche Familien in einem Flüchtlingslager in der algerischen Wüste. Dort werden während der Sommermonate Temperaturen von rund 50 Grad Celsius erreicht. Um wenigstens die Kleinen aus dieser „Gluthitze“ zu befreien, wurde diese Initiative einst ins Leben gerufen.
Das Projekt wird von 150 verschiedenen Hilfsorganisationen gemeinsam organisiert. Interessierte Familien melden sich freiwillig, um Kindern ein Zuhause auf Zeit zu bieten, und häufig entwickeln sich dabei echte Freundschaften. Innerhalb der Altersgrenze können die kleinen Gäste jedes Jahr in die gleiche Familie zurückkehren. Für die Kinder bedeuten diese Ferien nicht nur Sprach- und Spaßurlaub. Für viele sind sie eine erste Begegnung mit der Zivilisation. „Als unser Urlaubssohn zum ersten Mal einen Aufzug betrat, hatte er fürchterliche Angst und im Spiegel hat er sich selbst nicht erkannt“, erzählt ein Gastvater.
„Wir wünschen uns seit Jahren erfolglos ein Kind und freuen uns immer auf die zwei Sommermonate, in denen wir dank unseres kleinen Besuchers, so etwas wie Familienleben spüren“, erzählt ein anderes Paar.
Unbeschwertes Toben, Strand- oder Schwimmbadbesuche gehören zu den liebsten Freizeitbeschäftigungen der Kinder und viele entdecken ihre Freude an frischem Obst und Joghurt - Nahrungsmitteln, die in ihrer Heimat rar sind. Diese Ferien dienen allerdings nicht nur dem puren Freizeitspaß: Durch einen einzigartigen Solidaritätspakt übernimmt die spanische Sozialversicherung medizinische Vorsorgeuntersuchungen und wenn nötig Behandlungen der jungen Gäste. Viele von ihnen leiden unter den Folgen von Mangelernährung.
In Einzelfällen ist es auch schon zu Adoptionen gekommen, wenn Kinder an unheilbaren Krankheiten litten. Oft geben die leiblichen Eltern ihr Einverständnis, wenn ihrem Kind in der Ferne das Leben gerettet werden kann.
So sind beispielsweise Nierenerkrankungen in der Wüste ein Todesurteil, während die Kinder in Spanien durch Dialyse und/oder sogar Transplantationen gerettet werden können. (sv)
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