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Sonntag, 14.03.2010
Keine paradisieschen Zustände in kanarischen Zoos
Die Tierhaltung in den Zoos der Kanarischen Inseln ist alarmierend schlecht. Dies brachten jüngste Nachforschungen von „Infozoos“, einem Zusammenschluss der englischen Born Free Foundation, ANDA (Madrid) und DEPANA (Barcelona) unter dem Vorsitz von Albert Díaz und Daniel Turner, zutage.
Die Europäische Kommission hatte vor 19 Monaten die spanische Regierung wegen Missachtung der im Jahr 2003 eingeführten gesetzlichen EU-Zoo-Richtlinien verurteilt, woraufhin zehn Zoos in Spanien geschlossen werden mussten. Seitdem bemüht sich Spanien, die Bedingungen in seinen Tierparks zu verbessern.
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Das europaweit geltende Zoo-Gesetz legt bestimmte Maßstäbe zur Haltung von Zootieren fest. Dabei werden an die Haltung von Wildtieren ausgesprochen hohe Anforderungen gestellt. Der Schutz wildlebender Tiere und der Erhalt der biologischen Vielfalt stehen hierbei im Vordergrund. Sowohl artgerechte Lebensraumgestaltung als auch Programme zur Vorbeugung und Behandlung von Krankheiten werden geregelt. Darüber hinaus muss der Zoo sich an Forschungsaktivitäten zur Arterhaltung und an Projekten zur Bestandserneuerung oder Wiedereinbürgerung von Arten in ihren natürlichen Lebensraum beteiligen. Ein weiterer Punkt ist die Sensibilisierung der Öffentlichkeit in Bezug auf den Erhalt der biologischen Vielfalt durch Informationen über die zur Schau gestellten Arten. „Infozoos“ hat auf den Kanaren 13 Zoos auf die Einhaltung der Zoo-Richtlinien hin untersucht - mit einem traurigen Ergebnis. Ausnahmslos schnitten alle untersuchten Parks durchweg schlecht ab und zwei davon müssten laut „Infozoos“ theoretisch sogar sofort geschlossen werden. Die meisten halten keine vom Aussterben bedrohten Tierarten und es existieren nur wenige Zuchtprogramme. Die Hälfte der Zoos bietet keine geführten Touren an. Die aufgestellten Informationstafeln sind mangelhaft und geben nur wenig Auskunft über Artensicherung, geografische Verteilung der Tierarten und deren natürliche Lebensräume. Die Haltungsbedingungen der Tiere entsprechen nicht den Standards, die Sicherheitsabstände der Besucher zu den Tieren sind nicht ausreichend und es gibt keinerlei Warnhinweise zu den gefährlichen Tierarten (zum Beispiel ein Verbot zum Anfassen der Tiere). „Infozoos“ wirft den Tierparks vor, hauptsächlich am Nutzen gewinnbringender Shows mit exotischen Tierarten für Touristen interessiert zu sein. Dies dürfte wohl auch Hauptkritikpunkt am Loro Parque sein, der unter den 13 untersuchten Parks war. Auf Teneriffa wurden außerdem der Parque las Aguilas, der Monkey Park, der Rancho de Texas und der Park Oasis del Valle genauer unter die Lupe genommen. Auf Gran Canaria waren es der Palmitos Park, der Cocodrillo Park und der Zoo Stella Canaris; auf La Palma der Maroparque und der Jardín de los Aves; auf Fuerteventura die Parks La Lajita und Baku und auf Lanzarote der Guinate Tropical Park. Das regionale Gesetz zum Schutz der in Zoos gehaltenen Tiere wird auch bald auf den Kanaren Anwendung finden, es ist nur mehr eine Frage der Zeit. Unter den derzeitigen Umständen wären dann fast alle der 13 inspizierten Zoos in Gefahr, schließen zu müssen, wenn die Standards zum Schutz der Tiere weiterhin nicht eingehalten werden.
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14.03.2010 - 





