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Samstag, 04.07.2009
Tourismus muss neu erfunden werden
„Seit der Erfindung des Büfetts und des Magnetkartenschließsystem vor 30 Jahren haben wir nichts Neues mehr erfunden ... die Hotels bieten immer nur das Gleiche, die Flugverbindungen sind das Allerletzte“ - mit diesen harten aber ehrlichen Worten eröffnete Joan Molas, Präsident der spanischen Hotelvereinigung, das XI. Internationale Tourismusforum in Adeje.
Die Veranstaltung im Hotel Bahía del Duque diente vor allem der Reflexion über die Probleme, mit denen der Tourismus auf Teneriffa zu kämpfen hat. Obwohl einige der Sprecher, wie beispielsweise Tourismusrat José Manuel Bermúdez, nicht wahrhaben bzw. nicht zugeben wollen, dass sich der Tourismus in einer Krise befindet.
In Bezug auf die unterschiedlichen Märkte, die für den Kanarentourismus interessant seien, betonte Ignacio Vasalle, Direktor des Marketingbüros für Spanientourismus in London, dass die Briten zwar nach wie vor die größte und wichtigste Gruppe darstellten, Teneriffa aber mittlerweile bei den Briten als Destination für die ältere Generation gelte und eine Neuorientierung dringend erfolgen müsse, um den Teneriffa-Urlaub auch für jüngere Gäste attraktiv zu gestalten. Die Tatsache, dass sich der Wert des Euro im Verhältnis zum britischen Pfund verhärte, sei ein weiteres Problem, für das eine Lösung gefunden werden müsse. Bisher habe man sich darauf verlassen, dass die Briten schon deshalb kommen würden, weil es sich hier billig Urlaub machen ließe, so Vasalle. Davon könne man angesichts des steigenden Eurowerts künftig nicht mehr ausgehen.
Die Zahl der Buchungen aus Deutschland stagniere seit 2000, erklärte Manuel Butler, Direktor des Marketingbüros für Spanientourismus in Deutschland. Obwohl Teneriffa rein zahlenmäßig nicht weniger Buchungen verzeichne, sei der Marktanteil des Deutschlandtourismus nicht gewachsen. Mitverantwortlich dafür seien sozioökonomische Entwicklungen in Deutschland, die zu einem Schrumpfen der Mittelschicht, dafür aber einem Wachsen der Unterschicht geführt haben.
Marta Pastor aus dem Büro in Kopenhagen betonte, dass sie es schwierig fände, Teneriffa in Dänemark zu „verkaufen“, wenn es keinerlei Marketinganstrengungen seitens der Kanaren gäbe, die auf Touristen aus Dänemark oder auch Skandinavien ausgerichtet seien. Marta Pastor betonte, dass die Urlauber aus diesen Ländern immer öfter online buchen würden, weshalb es sinnvoll wäre, wenn die Tourismusverantwortlichen in diesen Bereich investierten. Viele Dänen und Skandinavier zögen es vor, Urlaub in Ägypten oder der Türkei zu machen anstatt auf die Kanaren zu kommen.
Wie Tourismusrat Bermúdez bestätigte, seien die Behörden Teneriffas schon dabei, neue Strategien für einen modernen Tourismus auszuarbeiten. Man habe eine detaillierte Analyse der Ist-Situation durchgeführt und wolle jetzt etwa 850 Millionen Euro investieren, um das Image der Insel als Top-Urlaubsdestination aufzupolieren. „Wir leben vom Tourismus. Tourismus ist die Zukunft unserer Insel und wer das nicht wahrhaben will, kehrt der Zukunft den Rücken zu“, so Bermúdez.
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04.07.2009 - 





