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Donnerstag, 20.11.2008
Müll-Chaos in Puerto de la Cruz
Saftige Strafen für Umweltsünder
Manche Anwohner sorgen dafür, dass Puerto de la Cruz im Müll versinkt. Dabei bemüht sich die Stadt mit Nachdruck um die Reaktivierung des Tourismus im Norden und die Schaffung eines neuen Images. Sauberkeit, modernes Lebensgefühl und zahlreiche Aktivitäten, die Spaß machen, zählen zu den Schlagworten, die Puerto definieren sollen.
Dummerweise wird genau dieses Bestreben gerade von den Bürgern selbst häufig zunichte gemacht. Sie deponieren ihren Müll geradewegs auf der Straße, anstatt dafür zu sorgen, dass er ordnungsgemäß entsorgt wird. Zuhause möchte man es schön haben, aber wie es draußen aussieht, interessiert schon nicht mehr.
Normaler Hausmüll wird regelmäßig abgeholt. Aber auch für Entrümpelungen oder Gartenabfälle in großen Mengen bietet Puerto de la Cruz – wie es in den meisten Gemeinden auf Teneriffa üblich ist – einen kostenlosen Service an. Hat man Sperrmüll, genügt ein Anruf in der Verwaltung, um einen Termin für die Abholung zu vereinbaren. Zudem gibt es über die ganze Insel verteilt ein weit verzweigtes Netz von so genannten P.I.R.S.-Stellen, an denen man Sperr- oder Sondermüll, Metall, elektronische Geräte oder Farbreste kostenlos entsorgen kann. Bauschutt, wie er bei größeren Renovierungen anfällt, bedarf eines Containers, der je nach Fassungsvermögen mit Kosten verbunden ist.
Die für die Straßenreinigung zuständige Firma Sufi Tarajal hat in Puerto de la Cruz in den letzten Monaten rund 25.000 Kilo Sperrmüll eingesammelt, die nun in fünf Containern auf ihre Leerung warten. Diese Müllbeseitigung gehört eigentlich nicht zu den Aufgaben des Unternehmens. Die Stadtbeauftragte Eva Navarro zog deshalb nun auch die Notbremse und rief die Bürger zur Mithilfe auf, um die Müllsünder zu entlarven und mit einer Geldstrafe zu belegen. Nur so könne dem Problem Einhalt geboten und das Bild einer sauberen Stadt erhalten werden. „Ich bin davon überzeugt, dass alle Bürger verstehen, dass dieser Müll dem touristischen Image der Stadt und damit letztendlich allen schadet. Es wird eine neue Verordnung herausgegeben, die solches Verhalten unter Strafe stellt. Eine saubere Stadt geht alle an“, bekräftigt Navarro.
Bis zu 3.000 Euro Strafe sollen künftig fällig werden, wenn jemand dabei erwischt wird, die Straße als billige Entsorgungsstätte zu missbrauchen. Täglich fahren zwei Lastwagen durch das Stadtgebiet, um angemeldeten Abfall abzutransportieren. Rund 5.000 Kilo sammeln sie dabei pro Tag ein. Ein Abladen des häuslichen Unrats auf öffentlichen Flächen ist nicht nur unsolidarisch und eine Zumutung für andere Anwohner sowie Urlauber, sondern zudem schlicht und ergreifend unnötig. Wer das nicht einsehen will, wird in Zukunft von der Stadt mit einem Bußgeld belegt, dass so schmerzhaft ist, dass man sich eine Wiederholung überlegen wird. (sv)
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20.11.2008 - 








