Durchgeknallt oder ein Akt der Verzweiflung?
Bagger auf Autobahn „geparkt“Nicht etwa aus Versehen, sondern mit purer Absicht stellte J.C. García seinen Bagger auf der Nordautobahn, auf der Höhe von Guamasa, quer und blockierte so rund 15 Minuten lang den Verkehr. Erst nach dem Eintreffen einer Polizeistreife konnte der Kleinunternehmer dazu bewogen werden, sein schweres Gerät von der Autobahn zu schaffen.
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| La Laguna - 31.07.2008 - García wollte mit dieser ungewöhnlichen Aktion auf seine wirtschaftliche Misere aufmerksam machen und vor allem die politischen Entscheidungsträger wach rütteln. Der Bauunternehmer protestierte dagegen, dass offizielle Bauaufträge immer wieder an die vier großen Baufirmen vergeben würden, die den Kuchen ganz alleine unter sich aufteilten. Währenddessen gäbe es viele kleine Selbständige, die leer ausgingen und am Existenzminimum ums Überleben kämpften. Er forderte deshalb, dass auch Kleinunternehmer an Großaufträgen beteiligt werden. Auch wenn die Mühlen der Justiz auf Teneriffa eher langsam mahlen, kam in diesem Falle die Quittung postwendend. Schon wenige Tage später verurteilte ein Gericht in Santa Cruz García zu einer Geldstrafe wegen Verstoßes gegen die Verkehrssicherheit. Acht Monate lang soll er nun täglich einen öffentlich nicht genau bezifferten Geldbetrag zahlen. Für García ist dies eine Farce, denn er hätte diese Tat ja begangen, um auf seine persönliche Krise im Besonderen, aber auch die vieler Kollegen im Allgemeinen aufmerksam zu machen. Nachdem er nicht in der Lage ist, den geforderten Betrag aufzubringen, bat er um eine Umwandlung der Strafe in gemeinnützige Arbeitsstunden. Der lokalen Tageszeitung „El Día“ gestand der Selbständige: „Ich habe das gemacht, damit endlich jeder merkt, wie schlecht es uns geht. Seit Monaten habe ich keine Arbeit und weiß nicht, wie ich mich und meine Familie durchbringen soll. Da ist es doch unlogisch, dass ich nun eine Geldstrafe zahlen soll. Das kann ich nicht“. Er hat nun die Insolvenz erklärt und hofft auf eine Umwandlung der Strafe.
Im schlimmsten Fall hat er sich bereits mit dem Gedanken vertraut gemacht, ins Gefängnis zu müssen. Aber dann, so erklärte er, hätte er wenigstens jeden Tag etwas zu essen. Noch ist nicht klar, ab wann die Zahlungen geleistet werden sollen und ob er die Strafe eventuell doch noch abarbeiten kann.
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